Mammographie-Screening-Programm
Das deutsche Mammographie-Screening ist ein qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Angeboten wird das Programm allen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden jedes zweite Jahr schriftlich zu einer Mammographie-Untersuchung in eine sogenannte Screening-Einheit eingeladen.
Ziel des Programms ist es, Brustkrebs möglichst früh zu entdecken, um die Sterblichkeit an Brustkrebs in der Altersgruppe zu senken und die Lebensqualität von erkrankten Frauen durch eine schonendere Behandlung zu verbessern.
Der Deutsche Bundestag hat im Juni 2002 einstimmig beschlossen, ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening-Programm in Deutschland einzuführen auf der Grundlage der Europäischen Leitlinien. Neu an dem bundesweiten Programm sind die strenge Qualitätssicherung und ein Qualitätsmanagement, das in allen Schritten der Screening-Kette durchgeführt wird:
- Für das Programm wurden eigene Screening-Einheiten eingerichtet. Das sind Zentren, die auf das Screening spezialisiert sind und eine eigene Zulassung dafür haben, die regelmäßig überprüft wird.
- Die Screening-Mammographie wird dort nur von speziell geschulten Fachkräften an streng kontrollierten, modernen Geräten durchgeführt.
- Jede Mammographie-Aufnahme wird von mindestens zwei speziell qualifizierten Ärzten ausgewertet. Die Ärzte müssen jedes Jahr die Mammographie-Aufnahmen von mindestens 5.000 Frauen beurteilt haben. Zudem müssen sie jedes Jahr eine Fallsammlungsprüfung bestehen.
- Findet sich in der Mammographie eine Auffälligkeit, wird der Verdacht innerhalb des Screening-Programms abgeklärt. Die Ergebnisse der Untersuchungen und das weitere Vorgehen werden im Rahmen einer Konferenz der Ärzte-Teams vor Ort gemeinsam besprochen.
- Es findet eine Dokumentation und Evaluation des laufenden Programms unter Einbeziehung der Krebsregister statt.
Zur Koordination und Qualitätssicherung des Mammographie-Screening-Programms haben die gesetzlichen Krankenkassen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gegründet. Die fünf Referenzzentren sind regionale Untergliederungen der Kooperationsgemeinschaft. Ihre Aufgabe ist die Qualitätssicherung sowie die Fortbildung der am Programm teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte und der radiologischen Fachkräfte. Die Leiterinnen und Leiter der Referenzzentren sind zugleich Programmverantwortliche Ärztinnen und Ärzte einer Screening-Einheit.
Die Untersuchung ist für gesetzlich versicherte Frauen kostenlos, für privat versicherte können spezielle Regelungen gelten. Eine Praxisgebühr fällt nicht an. Das Mammographie-Screening-Programm ergänzt die regelmäßige Früherkennungs-Untersuchung bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt.
Weitere Informationen zum Mammographie-Screening-Programm hat die Kooperationsgemeinschaft Mammographie zusammengestellt unter: www.mammo-programm.de
Die fünf Referenzzentren Mammographie finden Sie unter:
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