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Präsidenten und Vorstand

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO)
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO)
Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS)
Berufsverband Niedergelassener Hämatologen und Onkologen (BNHO)


Sehr geehrte Herren Präsidenten, sehr geehrte Damen und Herren Vorsitzende,

in der Ausgabe des Spiegels vom 15.12.03 werde ich unter der Überschrift
"Geschäft mit Todkranken" von dem Journalisten Udo Ludwig beschuldigt, ich hätte mich durch unstatthafte Geschäfte bereichert und
"über Jahre hinweg das System zu Lasten von Patienten und Krankenkassen ... ausgebeutet."

Diese infamen Unterstellungen werden in den Kontext "gigantischer Gewinnmargen" der Pharmabranche gestellt, "irrwitzigen Spannen, die nur aus dem Drogenhandel bekannt sind".

Dabei stützt der Spiegel seine Unterstellungen auf die Behauptungen eines
Dr. P. Jebens, eines Kaufmanns, der seit ca. Juli 2003 von den Staatsanwaltschaften in Hamburg, München und Schleswig-Holstein wegen grober Betrügereien und rechtswidriger Handlungen per Haftbefehl gesucht wird. Dr. Jebens ist inzwischen untergetaucht und hat sich laut Auskunft des Einwohnermeldeamtes in die USA, Los Angeles, Hollywood Bvd. abgesetzt.

Um eine lückenlose Aufklärung zu befördern, habe ich Kontakt zur Hamburger Staatsanwaltschaft aufgenommen, bei der ich die ungeprüften Anschuldigungen zurückweisen und richtig stellen werde.
Pharmaunternehmen subventionieren Initiativen wissenschaftlicher und karitativer onkologischer Organisationen. Mir schien es daher akzeptabel, daß das Unternehmen des Dr. Jebens in Hamburg und bundesweit als Sponsor auftrat und es war für mich als Vorsitzendem der Hamburger Krebsgesellschaft e. V. wünschenswert, daß er gemeinnützige Aktivitäten wie insbesondere die terminale häusliche Versorgung Krebskranker und Projekte der Qualitätssicherung förderte.
Zu keinem Zeitpunkt aber habe ich, wie behauptet, hiervon persönlich profitiert, insbesondere erfolgte keine Vorteilnahme zu Lasten von Patienten oder Krankenkassen.
Meine Aktivitäten und Initiativen sollten, wie im Folgenden dargestellt, auch den satzungsgemäßen Aufgaben der Hamburger Krebsgesellschaft e. V. dienen.
Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Hamburg sowie Gesetzliche Krankenkassen wurden informiert und unterstützen mich.
Rechtliche Schritte gegen Dr. Jebens und seinen Rechtsanwalt sind eingeleitet.
Über das weitere Verfahren gegen den Spiegelredakteur, Herrn U. Ludwig, wird noch beraten.

Zum Sachverhalt
Im Zusammenhang mit Einrichtung und Unterhalt eines für Hamburger Onkologen tätigen Studiensekretariates, der Weiterentwicklung des Klinischen Krebsregisters Hamburg, von Schulungskursen zur Ernährung Krebskranker für die Hamburger Krebsgesellschaft e. V. und einer ambulanten onkologischen Fachkrankenpflege habe ich im Jahr 2000 mit dem genannten Dr. Jebens, Geschäftsführer seiner BISOn-GmbH, einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Hierzu wurde durch eine auf diesem Gebiet führende deutsche Rechtsanwaltskanzlei, die auch die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. berät, ein Vertrag erarbeitet und die zivil- wie standesrechtliche Statthaftigkeit festgestellt.

Bis der BISOn-GmbH eigene Geschäftsräume zur Verfügung standen, wurde den von Herrn Dr. Jebens eingestellten Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, in den Bereichen pflegerische und ärztliche Dokumentation und Klinisches Krebsregister unsere Praxisräume unentgeltlich zu nutzen.

Nachdem für mich in dieser Anfangsphase die erwartete Entlastung eintrat, und alle Projekte ordnungsgemäß aufgenommen worden waren, war ich zunächst mit dieser Zusammenarbeit zufrieden. Dieses wurde unterstützt durch die beeindruckende Eloquenz des Herrn Dr. Jebens, der seine Projekte überzeugend nach innen und außen darstellte, und die Begeisterungsfähigkeit für diese wichtigen Aufgaben der Versorgung Krebskranker weiter zu tragen wusste.

In diesem Sinne habe ich ihm auch die aktive Teilnahme an wissenschaftlichen onkologischen Tagungen sowie eine überregionale Werbung in der Zeitschrift InFoOnkologie ermöglicht. Über wirtschaftliche Probleme seiner Gesellschaften wurde ich nicht informiert.

Als ich Herrn Dr. Jebens im Laufe des Jahres 2002 auf mir von seinen Mitarbeitern, wissenschaftlichen Institutionen und von Pharmaunternehmen zugetragene finanzielle Unregelmäßigkeiten ansprach, wusste er diese jeweils geschickt und zunächst plausibel zu erklären. Erst als sich die Beschwerden weiter häuften, gravierende Verfehlungen im Raum standen, und sich Herr Dr. Jebens entgegen seiner Kompetenz und unberechtigt nach außen als Praxismanager ausgab, ging ich den berichteten Vorgängen energisch auf den Grund. Dabei hörte ich von Vertretern namhafter Pharmaunternehmen, die ihm vielfältige Unterschlagungen und Betrügereien anlasteten, dass seine Firmen wie sein Privatbesitz mit Rechtstiteln belegt worden seien und er mit Haftbefehl gesucht würde.
Daraufhin stellte ich unverzüglich jede Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Jebens ein.

Danach überzog mich Herr Dr. Jebens überraschend mit finanziellen Forderungen.
Da diese unberechtigt waren, forderte ich Herrn Dr. Jebens mehrfach auf, sie nachvollziehbar zu belegen und zu begründen. Dieses ist auf rechtmäßige Weise zu keinem Zeitpunkt erfolgt.

Stattdessen drohte mir Herr Dr. Jebens, staatliche Institutionen, Presseorgane und Standesrechtsvertretungen einzuschalten, um mich auf diese Weise zu Zahlungen zu erpressen. Der zitierte Spiegelartikel ist das Ergebnis. Weitergehende Recherchen hinsichtlich meiner angeblichen Verfehlungen hielt der Spiegelredakteur nicht für notwendig.

Die hier geschilderte Entwicklung bedaure ich außerordentlich. Sie hat nicht nur mir persönlich, wirtschaftlich wie ideell geschadet, sondern auch das Bestreben nach Verbesserung der Versorgungsqualität Krebskranker behindert.

Mit freundlichen Grüßen


Ihr U. R. Kleeberg
Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg
Facharzt für Innere Medizin, Hamburg – Hämatologie und Internistische Onkologie


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