Die Herausforderung annehmen ...
31 Fachgesellschaften, Berufsverbände und nichtärztliche Organisationen legen Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland vor
... Qualitätssicherung der Diagnosekette
September 2003
Die Früherkennung von Brustkrebs muss Eckpfeiler frauenspezifischer Gesundheitsversorgung in Deutschland werden. 51 000 Neuerkrankungen und 19 000 Todesfälle im Jahr 2000 sind ein mehr als hinreichendes Argument. Die Brustkrebserkrankung beeinträchtigt nahezu alle Lebensbereiche betroffener Frauen. Verbesserte Behandlungsverfahren sind nur bedingt verfügbar, um jetzt und in unmittelbarer Zukunft, das Problem des Brustkrebses besser kontrollieren zu können. Verhinderung und Früherkennung der Erkrankung, d. h. primäre und sekundäre Prävention, sind derzeit die erfolgversprechendsten Möglichkeiten, um zeitnah die Heilungschancen mit möglichst geringer Einschränkung der Lebensqualität wirkungsvoll zu verbessern.
Grundlage für ein effektives, flächendeckendes und im deutschen Gesundheitssystem wirksames Früherkennungsprogramm ist eine auf höchster Qualitätsstufe erstellte Leitlinie. Diese liegt mit der "Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland" nun vor. Die nach festen Regularien erstellte "Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland" gibt den aktuellen Empfehlungskorridor für ärztliche Maßnahmen im Rahmen der qualitätsgesicherte Diagnosekette vor. Sie umfasst: die Risikoberatung der Frau, die ärztliche Tastuntersuchung, die Aufklärung, Information und Anleitung zur Selbstuntersuchung, die Mammographie, die zusätzliche apparative Diagnostik (u. a. durch Ultraschall), interventionelle Techniken (minimale Gewebsprobengewinnung durch Stanz- oder Vakumbiopsie mit Hilfe von Ultraschall oder Röntgenkontrolle), offene Biopsie nach Markierung (für eine gezielte operative Abklärung von Befunden, die nicht durch eine minimale Gewebsentnahme gewonnen werden können) und die pathologische Befundung (spezifische Untersuchungen und Begutachtungen von Gewebsproben der Brust).
27 medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände, 4 nichtärztliche Organisationen haben in Zusammenarbeit die Stufe-3-Leitlinie entwickelt. Federführend sind die Deutsche Gesellschaft für Senologie, die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe und die World Society für Breast Health.
Brustkrebs-Früherkennung ist nicht mehr länger eine ärztliche Einzelleistung, sondern Planung, Durchführung und Resultat einer in einem qualitätsgesicherten Versorgungsnetz kooperierenden, über besondere Kenntnisse und Erfahrungen verfügende Ärztegruppe. Basis ihrer Entscheidungen bildet die "Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland": Aktueller evidenz-basierter medizinischer Kenntnisstand Klinischer Algorithmus als Entscheidungsgrundlage Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement Ergebnis- (Outcome-) Bewertung der gesamten Versorgungskette Garantie der informierten Selbstbestimmung der Frau
Die "Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland" liefert die wisssenschaftlich-medizinische Grundlage für eine Verzahnung der Versorgung mit zertifizierten Brustzentren und Disease-Management-Programmen und ist wichtigstes Element eines nationalen Krebskontrollprogrammes. Das Gesamtkonzept der "Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland" integriert die Anforderungen der Europäischen Leitlinie, geht jedoch in den Qualitätsanforderungen an die gesamte Diagnosekette weit über diese hinaus. International stellt sie derzeit die aktuellste und umfangreichste Leitlinie auf dem Sektor der medizinisch-wissenschaftlichen Empfehlungen zur Brustkrebs-Früherkennung dar. Wir fordern die Kostenträger und die Gesundheitspolitik auf die Herausforderung anzunehmen, die erarbeitete "Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland" rasch in die Versorgung zu bringen, um Deutschlands Nachholbedarf in der Brustkrebsbekämpfung zu decken!
Prof. em. Dr. med. Klaus-Dieter Schulz
Koordinator: Konzertierte Aktion Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland
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