Informationen
Allgemeines
Brustkrebs ist mit mehr als 50.000 jährlichen Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wird ein Tumor rechtzeitig erkannt, steigen die Heilungs- und Überlebenschancen der Erkrankten deutlich.
Die Deutsche Gesellschaft für Senologie (Brusterkrankungen) ist eine der größten interdisziplinären Fachgesellschaften in Deutschland mit über 1.600 Mitgliedern, darunter Gynäkologen, Radiologen, Chirurgen, Pathologen, Internisten, Strahlentherapeuten, Biometrikern und anderen Fachvertretern.
Die Gesellschaft versammelt damit unter ihrem Dach alle Fachgebiete, die sich mit der normalen und gestörten Funktion der Brust sowie gutartigen und bösartigen Brusterkrankungen beschäftigen.
Die wissenschaftlichen Ziele der Gesellschaft sind die Erforschung und Verbesserung der Diagnose- und Behandlungsmethoden von Brusterkrankungen, speziell von Brustkrebs (Mammakarzinom). Dies umfasst auch Ursachenforschung, Früherkennung und Nachsorge.
Themenschwerpunkte der Gesellschaft
Aktuelle Entwicklungen in der Häufigkeit und Sterblichkeit bei Brustkrebs
Seit ca. 1990 ist in den meisten westlichen Ländern die Todesrate an Brustkrebs gesunken. Seit neuestem geht auch die Erkrankungsrate zurück.
Screening und Früherkennung
Aktuell wird ein flächendeckendes Screening-Programm in Deutschland eingeführt. Dadurch werden Tumoren voraussichtlich früher erkannt mit besserer Heilungschance. In Schleswig-Holstein wurde dies in den letzten Jahren durch das Programm zur Qualitätssicherung in der Mammadiagnostik (QuaMaDi) bereits teilweise erreicht.
Flächendeckende hochwertige Versorgung durch Brustzentren
Bei komplexen Krankheitsbildern, die eine interdisziplinäre Versorgung erfordern, wird durch Behandlung an spezialisierten Zentren eine verbesserte Qualität der Versorgung erwartet. Die Fachverbände, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Krebshilfe unterstützen deshalb die Bildung von Organzentren (Magen-Darm-Zentrum, Prostatazentrum).
Vorreiter dieser Entwicklung sind die zertifizierten Brustzentren. Das in den letzten Jahren von der Deutschen Gesellschaft für Senologie entwickelte Zertifizierungsprogramm gilt mittlerweile als international vorbildlich.
Inzwischen sind über 140 Brustzentren in Deutschland zertifiziert, so dass eine flächendeckende hochwertige Versorgung garantiert wird.
Neue Diagnose- und Behandlungsverfahren
Mehrere neue Verfahren, z. B. Teilbrustbestrahlung (neues Strahlentherapieverfahren mit verkürzter Behandlungszeit) oder neue Medikamente, werden in klinischen Studien erprobt.
Implementierung neuer Methoden in die tägliche Praxis
Ein wichtiger Aspekt betrifft die Frage, wie neue Methoden, z. B. Wächter-Lymphknoten-Methode (schonendes Operationsverfahren zur Vermeidung ausgedehnter Achsel-Operationen) möglichst schnell für alle Patientinnen verfügbar gemacht werden können.
Mammamia-Forum
Das MAMMAMIA-FORUM der Deutschen Gesellschaft für Senologie ist ein interaktives Kommunikationsmodul, mit dem Patientinnen Ihre persönliche, medizinische Frage direkt an die Fachvertreter der Gesellschaft richten können. Das MAMMAMIA-FORUM ermöglicht einen Zugriff auf alle Spezialisten, die für Ihre jeweilige Frage in Betracht kommen: Gynäkologen, Radiologen, Chirurgen, Pathologen, Internisten, Strahlentherapeuten.
Jahrestagungen
Die Gesellschaft richtet einmal jährlich eine Jahrestagung aus (nach dem alle zwei Jahre stattfindenden Deutschen Krebskongress der größte, überwiegend sich dem Thema Krebs widmende Kongress in Deutschland) und darüber hinaus zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen.
Diese jährlichen Kongresse garantieren, zusammen mit der über das Jahr verteilten Arbeit innerhalb spezieller Arbeitsgruppen, einen permanenten Erfahrungs- und Wissensaustausch über alle Fachgrenzen hinaus.
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