Pressemitteilungen

Aktuelle Pressemitteilungen zur 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 26.-28. Mai 2016

10. Juni 2016 - „Behandler und Patienten werden ein immer besseres Team“ – Brustkrebsexperten tagten erfolgreich in Dresden

„Behandler und Patienten werden ein immer besseres Team“ – Brustkrebsexperten tagten erfolgreich in Dresden

Berlin, 10. Juni 2016. „Ich stehe hier stellvertretend für viele Patientinnen“, eröffnete Moderatorin Miriam Pielhau die Auftaktveranstaltung des Senologie-Kongresses 2016 vom 26. bis 28. Mai 2016 in Dresden. „Behandler und Patientinnen werden ein immer besseres Team im Sinne der Gesundheit“, stellte die 40-jährige Journalistin, die 2008 selbst erstmals an Brustkrebs erkrankte, fest.
„Wir sind Senologie“, griff Prof. Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. und Leiter Gynäkologische Radiologie, Radiologisches Institut, Universitätsklinikum  Erlangen, das seit 2012 etablierte Leitmotiv in seiner Eröffnungsrede auf. Über 2500 Brustkrebs-Experten tauschten sich auf der 36. Jahrestagung in Dresden über aktuelle Erkenntnisse zur Brustgesundheit aus.

„Die Deutsche Gesellschaft für Senologie ist in allen Leitlinien führend. Mehr als 90 Prozent aller Patientinnen lassen sich in Brustzentren behandeln. Aber: Ärzte in Städten wie Köln, Düsseldorf, München überweisen ihre Patienten noch zu wenig in zertifizierte Brustzentren.“ Hier gebe es laut Schulz-Wendtland noch deutlichen Verbesserungsbedarf für die flächendeckende, qualitätsgesicherte Versorgung von Brustkrebspatientinnen. Als Mammutwerk bezeichnete er die zu überarbeitende S3 Leitlinie „Mammakarzinom der Frau –  Diagnostik, Therapie und Nachsorge“, die Brustkrebsexperten von der Diagnose bis zur Nachsorge als Orientierungshilfe diene. An der Fertigstellung sind die Senologen maßgeblich beteiligt.

Ein weiteres Ziel ist die Fokussierung der translationalen Forschung sowie die Weiterentwicklung der Tomosynthese. „Es muss noch schneller gehen, wissenschaftlich evaluierte Erkenntnisse in die Praxis zu bringen“, so Prof. Dr. med. Schulz-Wendtland. „Wir Senologen haben den Anspruch, Unter- und Übertherapien zu minimieren, durch die immer differenzierteren individuellen Therapieentscheidungen.“ Ein Schwerpunkt des Kongresses war die Weiterentwicklung der bildgebenden Diagnostik. Mit einem Drittel weniger Strahlung können heute bei Mammografien dank digitaler Technik und besserer Bildauflösung aussagekräftigere Bilder erzielt werden.

„Für die Patientinnen sind wir, die behandelnden Ärzte, Lotse, Therapeut und Begleiter während und nach Abschluss der Akutbehandlung. Die Patientin steht mit ihren Nöten und Sorgen im Mittelpunkt“, erklärte Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic. „Passgenau dem individuellen Risikoprofil und Patientenwunsch entsprechend müssen die Bausteine und Sequenzen der vielfältig verfügbaren lokoregionalen und systemischen Therapien gewählt werden. Nur in interdisziplinärer Verantwortung können die optimalen Entscheidungen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge für die uns anvertrauten Patienten, Frauen und Männer, getroffen werden“, so die Kongresspräsidentin Engenhart-Cabillic, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen/Marburg. Daher begrüßte sie unter dem Motto des diesjährigen  Kongresses „Zusammen Brustkrebs klug behandeln“ die Teilnehmer aller beteiligten Berufsgruppen, die das Wohl der erkrankten Frauen sicherstellen: „Ohne die Assistentinnen, Study Nurses und die Gesundheitspflege in den Kliniken und Praxen wie der Selbsthilfe ist die umfassende Versorgung der uns anvertrauten Patientinnen nicht möglich.“

Hohe Überlebensrate – Erforschung von Subtypen
Durch Erkenntnisse aus klinischen Studien zur Prävention, Diagnostik und Therapie verbunden mit strukturellen und edukativen Maßnahmen verbesserte sich die Heilungsrate des Mammakarzinoms immens. So liegt für alle Brustkrebsstadien zusammen heute die 5-Jahres-Überlebensrate bei fast 90%. Allerdings: Es gibt biologisch hochaggressive Varianten, infolge derer Frauen immer noch an Brustkrebs versterben.

„Dem gegenüber stehen die Patienten mit gut zu heilendem Tumor und positiver Prognose, bei welchen es immens wichtig ist, die physischen und vor allem psychischen Nebenwirkungen der Therapie so gering wie möglich zu halten und sie nicht durch eine standardmäßig angewandte Sicherheitsmarge an technischem Aufwand zu stigmatisieren und zu verunsichern“, gab Prof. Engenhart-Cabillic zu bedenken. Es gilt also, innovative und individuelle, auf das Patientenrisiko abgestimmte Therapien zu entwickeln. Es sollte angestrebt werden, diejenigen Patientinnen und Patienten zu identifizieren, bei denen weniger an Therapie indiziert ist und wo bei wenig aggressiven Tumorvarianten mit guter Prognose durch Deeskalation der adjuvanten medikamentösen und radioonkologischen Therapien unnötige Belastungen vermieden werden können, ohne die Heilung zu kompromittieren. Für die aggressive Tumorvariante sind neue Therapieansätze und intelligente translationale Forschungsprojekte notwendig, die das Verständnis für die tumorbiologische Effektivität einer Therapie und für Resistenzmechanismen erweitern.

„In interdisziplinärer Zusammenarbeit müssen wir anhand dessen, was heutzutage nützlich und sinnvoll in der Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms ist, gemeinsam ein individuelles Behandlungskonzept entwickeln und die optimale Entscheidung für die uns anvertraute Patientin treffen. Hier zeigt sich der Anspruch flächendeckender Behandlungsstrukturen und der tanslationalen Forschung“, betonte Prof. Engenhart-Cabillic.

Ausgezeichnet: Amerikanischer Brustkrebsforscher Craig Jordan
Prof. Craig Jordan erhielt die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Senologie. Der renommierte Brustkrebsforscher und Onkologe vom MD Anderson Institut, Houston, gilt als Erfinder des Tamoxifens. Er ist der Deutschen Gesellschaft für Senologie eng verbunden und wurde von Laudator Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen, ausgezeichnet. Gewürdigt wurden Craigs Meilensteine in der Erforschung der modernen Brustkrebstherapie durch die Inaugurierung von Tamoxifen und damit die gesamte adjuvante antiöstrogene Therapie.

Öffentliche Aufklärung zur Brustkrebsfrüherkennung
Vom Aktionstag für Patientinnen „Ich bin dabei“ zur Brustkrebsfrüherkennung am Vortag des Kongresses berichtete Kongresspräsident Dr. med. Mario Marx, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Brustchirurgie, Elblandklinikum Radebeul: „Wir Senologen haben in der Öffentlichkeit ungeschminkt informiert und den Dialog gesucht.“ Die Informiertheit der Patientinnen ist heute ein wesentlicher Bestandteil des Behandlungskonzeptes.

Preisverleihungen für exzellente Nachwuchsforscher
Nachwuchsforscher erhielten von Prof. Dr. med. Michael Lux, wissenschaftlicher Leiter der  Deutschen Akademie für Senologie, die mit 3000 Euro dotierten Wissenschaftspreise. Dr. Carolin Hack, Erlangen, wurde für ihre Arbeit „Interest in integrative Medicine Among Postmenopausal hormone receptor-positive breast cancer patients receiving letrozole treatment in the Evaluate-TM study.“ und Prof. Jörg Heil für „Can a pathological complete response of breast Cancer after neoadjuvant chemotherapy be diagnosed by minimal invasive biopsy? A proof of concept from a prospective cohort study.“ ausgezeichnet. Erstmals wurde von der DGS der Dissertationspreis an Dr. Stefanie Corradini, München, verliehen. Darüber hinaus wurden sieben Posterpreise und 34 Absolventinnen und Absolventen des Fortbildungsprogramms der Deutschen Akademie für Senologie beglückwünscht.

Neue Therapie- und Behandlungswege
In jedem Segment der Senologie hat sich viel getan. Auf der Jahrestagung wurde das gesamte Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten präsentiert. Auf eine Chemotherapie ist momentan noch nicht zu verzichten, sie wird jetzt nur sehr viel zielgerichteter eingesetzt. Zuvor untersuchen Pathologen genau, ob der Tumor auch darauf anspricht. Die Nebenwirkungen werden von Anfang an adäquat mit behandelt. Mehr als 70 Prozent der Frauen werden brusterhaltend operiert, in Verbindung mit einer Strahlentherapie. Dank neuer technische Möglichkeiten werden heute Tumoren unter Ultraschallsicht operiert. Das erhöht die Sicherheit, nur so viel Gewebe wie nötig zu entnehmen.

Kontrovers diskutiert wurde beispielsweise die Frage, ob Frauen im Deutschen Mammographiescreeningprogramm ihre Brustdichte mitgeteilt werden sollte oder nicht. Nach einer Pro-/Contra-Diskussion einigten sich die Teilnehmer, dass das bisherige Screeningprogramm für spezielle Patientinnengruppen weiterentwickelt werden solle.  Insbesondere sollten künftig Patientinnen mit einer besonders hohen Dichteklasse (ACR4) ihre Brustdichte erfahren und gezielte Empfehlungen zu weiteren möglichen Diagnose- und Therapieverfahren erhalten.
Hier lautete das Credo: „Weg von der One-fits-all-Therapie“.

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Abdruck honorarfrei. Hinweis bei Veröffentlichung erbeten.
Pressemitteilung als Download (PDF)

Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Anja Frohloff und Gabriele Nioduschewski – Pressestelle
Hausvogteiplatz 12, 10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 514 88 33 33
Mobil: +49 (0) 152 34 37 32 96
E-Mail: presse(at)senologie.org

Kongress-Highlights der Kongresspräsidenten und „30 Jahre Brustrekonstruktion“

Dr. med. Mario Marx, Kongresspräsident, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Brustchirurgie, Elblandklinikum Radebeul, Leiter des Standortes Radebeul als Kooperationspartner des Regionalen Brustzentrums Dresden Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabilic, Kongresspräsidentin, Schriftführerin der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen/Marburg 

Frauen mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko: Welche Früherkennung raten wir?
Professor Dr. med. Markus Peter Müller-Schimpfle, Mitglied des Kongresskomitees, Leiter des Brustzentrums, Schwerpunkt Diagnostik, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, Schwerpunkt Radiologie am Klinikum Frankfurt Höchst 

Niedrigste Lokalrezidivrate dank gelebter Interdisziplinarität
Professor Dr. med. Sara Yvonne Brucker, Schriftleiterin der Zeitschrift Senologie, Ärztliche Direktorin Forschungsinstitut für Frauengesundheit und Stellv. Geschäftsführende Ärztliche Direktorin Department für Frauengesundheit, Universität Tübingen 

Notwendigkeit einer strukturierten und sektorenübergreifenden Zusammenarbeit mit Fokus auf der Informiertheit und dem Nutzen der Ratsuchenden und Patientinnen
Prof. Dr. med. Rita K. Schmutzler, Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs und Koordinatorin des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, Uniklinik Köln 

Digitale Mammographie und digitaler Ultraschall – Fusion und Hybrid in der radiologischen Diagnostik Professor Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Gynäkologische Radiologie des Radiologischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen 

Die Zukunft der Therapie des metastasierten Mammakarzinoms (PRAEGNANT-Studie)
Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Departments für Frauengesundheit 

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Pressebüro im Internationalen Congress Center Dresden: Raum 3.40 

Kongress-Highlights 2016
Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Kongresspräsidentin
Dr. Mario Marx, Kongresspräsident 

Senologie im Leitlinien-Dschungel
Leitlinien geben eine wissenschaftliche Orientierung für Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Brustkrebspatientinnen. Bringt die aktuelle Entwicklung aber auch mehr Licht in den Dschungel der systematisch entwickelten, wissenschaftlich begründeten und praxisorientierte Entscheidungshilfen? 

Brachy – Therapie
Die Brachytherapie ist eine Strahlenbehandlung, bei der durch kurzfristiges Einbringen von radioaktiven Strahlen in die Tumorregion der Krebs zerstört wird. Welche Patientinnen können wann von einer Teilbrustbestrahlung mit Multikatheter-Brachytherapie profitieren? 

Sexualität und Mammakarzinom
Sex beginnt bekanntlich im Kopf. Doch wie geht es weiter mit der Sexualität nach einer Brustkrebserkrankung und woher soll der Partner wissen, warum Lust auf Sex in der Partnerschaft plötzlich nachlässt? Braucht Mann eine Therapie? 

Bericht einer Patientin
Ich bin nicht in Stimmung, morgen ganz bestimmt – wie der Brustkrebs mein Sexualleben beeinflusst hat. 

Der Griff nach den Genen oder die Onkologie der Pathways
Wenn bei unterschiedlichen Tumorkrankheiten ähnliche Signalwege gestört sind und vielleicht sogar die gleichen Gene verändert sind, ist es dann möglich, dass die onkologische Forschung und vielleicht auch die Therapie praktisch unabhängig von der Tumorentität auf bestimmte gestörte Signalwege auszurichten. Wäre die Brust als Organ irrelevant, würden sich die Krebsforscher /-experten nicht mehr so sehr an der Tumorhistologie orientieren. 

DCIS immer behandeln?
Bei einem duktalen Carcinoma-in-situ der Brust sollte in Absprache mit der Patientin das Nutzen-Risiko abgewogen werden, denn die adjuvante Strahlentherapie kann lediglich das Rezidivrisiko, nicht aber die Überlebensrate verbessern. 

Zu diesen und weiteren Senologie-Themen finden Sie Experten und deren wissenschaftliche Sitzungen im tagesaktuellen Kongressprogramm online hier:
http://www.professionalabstracts.com/seno2016/iplanner/

30 Jahre Brustrekonstruktion – erreichte Meilensteine

Dr. med. Mario Marx, Kongresspräsident 2016, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Brustchirurgie, Elblandklinikum Radebeul, Leiter des Standortes Radebeul als Kooperationspartner des Regionalen Brustzentrums Dresden 

30 Jahre Brustrekonstruktion sind für die PatientInnen sowie das interdisziplinäre behandelnde Team von Ärzten, Therapeuten, Gesundheitspflegerinnen und - pflegern eine der großen Erfolgsgeschichten der Senologie. Es wurden bedeutende Meilensteine in Diagnostik und Therapie erreicht, wodurch die Lebensqualität der von BrustkrebspatientInnen wesentlich verbessert und deren Lebensprognose um ein Vielfaches gesteigert wurde.  Während noch 1986 in vielen Kliniken durch das Bemühen Einzelner und in kleineren interdisziplinären Teams nach optimalen operativen Behandlungskonzepten gesucht wurde, erhalten heute mehr als 90 Prozent aller an Brustkrebs Erkrankten in Deutschland eine strukturierte qualitätsgesicherte Betreuung. In den seit mehr als 13 Jahren bestehenden „zertifizierten Brustzentren“ ist eine hohe Expertise entstanden, die derzeit in der Überarbeitung der „S-3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Mammakarzinomes“ kontinuierlich weiter fortgeschrieben wird. 

Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden die verschiedenen Erfahrungen von Ärztinnen und Ärzten aller beteiligten Fachgebiete fusioniert. Die hohen Raten an Brustamputationen in den 80er-Jahren wurden durch brusterhaltende operative Konzepte mit Bestrahlung signifikant reduziert. Dank der interdisziplinären Planung von Tumoroperationen von Radiologen, Pathologen und Operateuren im Kontext einer Systemerkrankung wird die aufgeklärte PatientInnen individuell therapiert. 

Als Referenz zur qualitätsgesicherten Vorgehensweise sei hier die „Tübinger Klassifikation der operativen Behandlung des Mammakarzinoms“ von Prof. Wallwiener et al. angeführt. Diese unterstützt maßgeblich die bundesweit einheitlichen klinischen Verfahren. Damit können die behandelnden Teams gemeinsam mit PatientInnen auf Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse optimale individuelle Behandlungskonzepte entwickeln. 

Der Einzug der bildgebenden Diagnostik in den Operationssälen verschafft den Operateuren mit dem hochauflösenden Ultraschall in vielen Brustzentren eine Detailansicht des Tumorbettes. Es ist inzwischen gelungen, die Ergebnisse der bildgebenden Diagnostik vor der Operation mit der gesicherten Tumorqualität in das operative Konzept einfließen zu lassen. Somit sind mehr als 80 Prozent der Mammatumore erkennbar und auch die gesunde Anatomie wird sichtbar. Dies führt zu sehr niedrigen Lokalrezidivraten. 

Aktuell gehört die vollständige Entfernung der Brustdrüse bei verschiedenen Erkrankungen bei komplettem Erhalt der Brusthaut zu den faszinierenden Möglichkeiten der operativen Therapie. Die verschiedenen Verfahrensweisen der Brustrekonstruktion sowohl mit Implantat, Netzen als auch mit Eigengewebe vom Unterbauch, dem Gesäß oder dem Oberschenkel gehören aktuell zum Standard der fortschrittlichen Therapieangebote. 

Die Zweitmeinungsberatung gibt PatientInnen die Chance, den optimalen individuellen Weg der operativen Behandlung zu wählen. Mit der Möglichkeit, abgesaugtes Fettgewebe beispielsweise vom Oberschenkel oder der Bauchwand durch Wiedereinbringung an der Brust zu verwenden, ergeben sich neue operative Ansätze. Zur Eigenfetttransplantation liegen noch keine gesicherten Daten über Langzeiteffekte vor. Weiterhin sollte auf breiter wissenschaftlicher Basis untersucht werden, ob das injizierte Fett womöglich Krebszellen beeinflusst, die trotz Amputation und Nachbehandlung im Bereich der Brustwand verblieben sind. 

Auch das Lymphödem der Arme nach Operation mit oder ohne Bestrahlung kann heute durch Eigengewebsrekonstruktionen und/oder Lymphknotentransplantation erfolgreich therapiert werden. Der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Ergebnisse von Fetttransfers ist auch hier zu berücksichtigen. 

Die 36. Jahrestagung der DGS in Dresden liefert einen Überblick über die sich verfeinernden Operationstechniken und verbessernden Möglichkeiten zum Vorteil der PatientInnen. 

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Kontakt:
Dr. med. Mario Marx
ELBLANDKLINIKUM Radebeul
Heinrich-Zille-Straße 13
01445 Radebeul
Tel.: +49 (0) 351 833 3352
E-Mail: Mario.Marx(at)elblandkliniken.de
Internet: www.elblandkliniken.de 

Frauen mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko: Welche Früherkennung raten wir?

Prof. Dr. med. Markus Peter Müller-Schimpfle, Mitglied des Kongresskomitees, Leiter des Brustzentrums, Schwerpunkt Diagnostik, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, Schwerpunkt Radiologie am Klinikum Frankfurt Höchst 

Vielfach sind es die jungen und prominenten Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und im Mittelpunkt der Medienberichte stehen. Tatsächlich sind es nicht die jungen Frauen, die häufiger an Brustkrebs erkranken, vielmehr liegt das durchschnittliche Alter bei 64 Jahren. Für das Entstehen von Brustkrebs können viele Risikofaktoren in Frage kommen. Ob eine Frau, auf die bestimmte Faktoren zutreffen, überhaupt im Laufe Ihres Lebens erkrankt, darüber können keine zuverlässigen Voraussagen getroffen werden. Frauen, denen ihre Risikofaktoren bekannt sind, können immerhin besser einschätzen, wie wichtig Früherkennungsuntersuchungen für sie persönlich sind. 

Familiäre Belastung und Brustkrebs
So können erbliche Faktoren vorliegen, wenn in der Familie mehrere nahe Verwandte an Brustkrebs erkrankt sind. Eine erbliche familiäre Belastung bei Brustkrebs ist relativ selten. Sie besteht nicht bereits, wenn eine Verwandte im hohen Alter an Brustkrebs erkrankt ist. Bei circa 10 von 100 an Brustkrebs erkrankten Frauen liegen aktuell bekannte genetische Veränderungen im Erbgut vor. Am besten untersucht sind bei diesen genetischen Veränderungen die Gene mit der Bezeichnung BRCA1 (Breast Cancer Gene / Brustkrebsgen) und BRCA2. Diese Veränderung wird mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an die Nachkommen weitergegeben. Das heißt: Von zwei Frauen mit dieser genetischen Veränderung, die jeweils ein Kind bekommen, vererbt nur eine Frau diese genetische Veränderung für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko an ihr Kind. Frauen mit familiärer Vorbelastung werden gezielt beraten und häufiger mit Mammographie, Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht als Frauen ohne familiäre Vorbelastung. Die MRT stellt bei diesen Frauen die Methode der ersten Wahl dar. Im Fall eines konkreten Verdachts auf Brustkrebs kann jedoch die Mammographie weiterhin als essentielles diagnostisches Verfahren bezeichnet werden, ergänzt durch den Ultraschall. 

Früherkennung – abhängig von Alter und Risiko
Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogrammes wird die ärztliche Tastuntersuchung angeboten. Zwar hat die alleinige Tastuntersuchung keinen Einfluss auf die Sterblichkeit an Brustkrebs; sie kann aber dazu beitragen, das Körperbewusstsein und das eigene Gefühl für die Brust zu verbessern. Die Brust-Ultraschalluntersuchung gilt nicht als Routine-Früherkennungsmethode. Sie wird bei jungen Frauen mit Symptomen, ab 40 Jahren mit einem dichten Brustgewebe, und in jedem Alter bei unklaren Mammographie-Ergebnissen eingesetzt. Der Nutzen ist im Sinne einer evidenzbasierten Medizin auf der Grundlage einer nachgewiesenen Wirksamkeit nicht belegt, da es keine entsprechenden Studien gibt. Der Nutzen einer Untersuchung im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen von Brustkrebs gilt dann als belegt, wenn die Anzahl der Frauen, die an Brustkrebs versterben, durch die jeweilige Untersuchung gesenkt werden kann. Auch MRT eignet sich zum bevölkerungsbezogenen Screening von Brustkrebs nicht. 

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten eine schriftliche Einladung für eine qualitätsgesicherte Mammographie innerhalb einer Mammographie-Reihenuntersuchung, ohne dass bei diesen Frauen ein Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung besteht. Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist freiwillig. Der Nutzen ist im Sinne der evidenzbasierten Medizin auf der Grundlage nachgewiesener Wirksamkeit belegt. Eine sogenannte kurative Mammographie hingegen ist nur bei einem Verdacht auf eine Brusterkrankung gerechtfertigt. 

Grundsätzlich wird bei jüngerem Alter eher der Ultraschall, bei höherem Risiko eher die MRT und bei fortschreitendem Alter eher die Mammographie und hier vor allem die 3D-Mammographie (= Tomosynthese) zu nennen sein. 

Besondere Beratung für Frauen mit intermediärem Brustkrebsrisiko
Während es für die Gesamtheit aller Frauen sowie für die Hochrisikogruppe leitlinienbasierte Früherkennungsempfehlungen gibt, fehlen diese für Frauen mit intermediärem Brustkrebsrisiko. Bei ihnen kommt eine operative Prophylaxe nicht in Frage, so dass der diagnostische Schwerpunkt mittels bildgebender Verfahren (Ultraschall, Mammographie, MRT) erfolgt. Dadurch werden bei Frauen mit intermediärem Risiko vermehrt falsch-positive – aber auch falsch-negative Befunde erhoben. 

Daher ist für Frauen mit einer eindeutigen familiären Risikokonstellation, aber ohne BRCA1/2 – Nachweis, die Beratung zur bestmöglichen Wahl und Kombination aller zur Verfügung stehenden Modalitäten besonders wichtig. 

Welche bildgebenden Methoden zur Brustkrebs-Früherkennung nach sorgfältigem Abwägen und in Absprache mit der Patientin empfohlen werden, versucht die untenstehende Matrix aufzuzeigen. 

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Kontakt:
Prof. Dr. med. Markus Peter Müller-Schimpfle
Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin Klinikum Frankfurt Höchst GmbH
Gotenstraße 6
65929 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0) 69 31062818
E-Mail: MMS(at)KlinikumFrankfurt.de
Internet: www.klinikumfrankfurt.de/kliniken-und-institute/klinik-fuer-radiologieneuroradiologie- und-nuklearmedizin 

Niedrigste Lokalrezidivrate dank gelebter Interdisziplinarität

Professor Dr. med. Sara Yvonne Brucker, Schriftleiterin der Zeitschrift Senologie, Ärztliche Direktorin Forschungsinstitut für Frauengesundheit und Stellv. Geschäftsführende Ärztliche Direktorin Department für Frauengesundheit, Universität Tübingen 

Wenn bei Patientinnen eine Brustkrebserkrankung nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt, aber nach wie vor auf die Brust und das angrenzende Gewebe beschränkt ist, sprechen die Experten von einem Lokalrezidiv. 

Bei etwa fünf bis zehn von hundert Patientinnen kommt es innerhalb von zehn Jahren nach der Erstbehandlung zu erneutem Tumorwachstum im verbliebenen Brustgewebe. Wurde die Brust entfernt, kann ein Rückfall an der Brustkorbwand auftreten. Betroffen sind etwa vier von hundert Patientinnen. Auch dann sprechen die Fachleute noch von einem Lokalrezidiv. 

Anzeichen für ein Lokalrezidiv können knotige Veränderungen oder Rötungen der Haut der operierten Brustseite sein. Kleinere Veränderungen, die nicht mit bloßem Auge sichtbar sind, werden in der Nachsorge z. B. durch Sonographie und Mammographie sichtbar. Bei unklaren Befunden kann die Kernspintomographie hilfreich sein. Bei einem Lokalrezidiv nach brusterhaltender Operation muss man mit den behandelnden Ärzten klären, ob erneut brusterhaltend operiert werden kann oder nicht. Ob neben der Operation eine antihormonelle Therapie, eine Chemotherapie oder eine zielgerichtete Therapie notwendig ist, hängt von den individuellen Befunden und der konkreten Risikoabschätzung durch die behandelnden Ärzte ab. Außerdem muss überprüft werden, ob eine Bestrahlungsindikation besteht. 

Das Kooperieren der Fachdisziplinen (Gynäkologen, gynäkologische Onkologen, Radiologen, Radioonkologen, Pathologen, Humangenetiker, Psychoonkologen) in den Brustzentren hat (lebensentscheidende!) Vorteile für die Patientin: Von einer schnellen Entscheidungsfindung über die bestmögliche Therapie bis hin zu Kooperationen mit Selbsthilfegruppen. Ein Hinweis, dass diese Zusammenarbeit sehr gut gelingt, ist eine sehr niedrige Lokalrezidivrate. Denn nur, wenn vor der Operation von den Radiologen und den Gynäkologen der Tumor in seiner Ausdehnung exakt lokalisiert wird und dann während der Operation z.b. mit dem Ultraschall genau die Grenzen angeschaut werden, der Pathologe das entnommene Gewebe genau untersucht und dann am Ende in der postoperativen Senologie-Konferenz die Patientin mit allen genau besprochen wird, kann eine Lokalrezidivrate von unter fünf Prozent erreicht werden. Am Brustzentrum des Universitätsklinikums Tübingen, wo pro Jahr über 1000 Brustkrebspatientinnen – häufig mit aggressiven Tumoren – operiert werden liegt diese, die gesamten vergangenen zehn Jahre betrachtet, bei 4,5 Prozent. Im Durchschnitt konnten 76 Prozent der Patientinnen mit pT1 Tumoren brusterhaltend operiert werden. Hinzu kam eine sehr niedrige Nachresektionsrate: Sie lag bei Patientinnen, die brusterhaltend operiert wurden, bei nur neun Prozent. Während der jährlich stattfindenden Audits in den zertifizierten Brustzentren wird genau nach diesen, für die Patientin so wichtigen, Parametern geschaut und durch die Qualitätsüberprüfung ein stetiger Optimierungsprozess auf den Weg gebracht. 

Neben der gelebten Interdisziplinarität sieht Professorin Sara Yvonne Brucker vom Südwestdeutschen Tumorzentrum auch die regelmäßige, leitliniengerechte Nachsorge als wesentlich: Je früher ein Lokalrezidiv entdeckt wird. desto wahrscheinlicher ist eine komplette operative Entfernung möglich. 

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Kontakt:
Professor Dr. med. Sara Yvonne Brucker
Forschungsinstitut für Frauengesundheit Universitäts-Frauenklinik
Calwerstr.7, 72076 Tübingen
Tel.: +49 (0) 7071 2980791
E-Mail: sara.brucker(at)med.uni-tuebingen.de
Internet: www.uni-frauenklinik-tuebingen.de 

Notwendigkeit einer strukturierten und sektorenübergreifenden Zusammenarbeit mit Fokus auf der Informiertheit und dem Nutzen der Ratsuchenden und Patientinnen

Prof. Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Leiter der Gynäkologischen Radiologie des Radiologischen Institutes des Universitätsklinikums Erlangen 

Die Mammographie ist die zentrale Bildgebungsmethode zur Detektion des Mammakarzinoms. Sowohl technische Verbesserungen als auch populationsbasierte und randomisierte Studien konnten dazu beitragen, dass in vielen Ländern die Mammographie als Screeninguntersuchung für das Mammakarzinom angeboten wird und sie die Grundlage der klinischen Diagnostik der Brustdrüse ist. 

In der modernen Datenverarbeitung werden die Bilder der digitalen Mammographie mit Methoden der digitalen Bildverarbeitung und -analyse aufbereitet, modifiziert und automatisch wichtige Informationen ausgewertet. Diese Methoden bilden eine wichtige Grundlage der Weiterentwicklung der digitalen Mammografie und werden auch die Entwicklung von Neuheiten der nächsten Jahre bestimmen. 

Die Herausforderung besteht darin, die bildgebenden Verfahren zu fusionieren bzw. hybridisieren, und vor allen Dingen eine Verwaltung der Daten zu erreichen. Dies ist eine Aufgabe für die Zukunft der bildgebenden Mammadiagnostik und für die daraus resultierende Therapieentscheidung. 

Die wichtigste Entwicklung im Bereich der röntgenbasierten Mammabildgebung ist in den nächsten Jahren die strukturierte Integration einer dreidimensionalen Information in die Interpretation der Mammographie. Dies kann durch den Einsatz der Tomosynthese, aber auch durch die Fusion anderer dreidimensionaler Daten mit der Mammografie und/oder der Tomosynthese erfolgen. Die Fusion verschiedener bildgebender Verfahren könnte im klinischen Ablauf und ggf. in Screeningprogrammen dazu beitragen, diese Untersuchungen zeiteffizient durchzuführen. 

Getestet: Fusion 3D-Ultraschall und Mammografie
Die alleinige Mammographie der Brust im Screening weist eine Sensitivität von ca. 60-80% auf. Bei speziellen Patientinnengruppen, wie beispielsweise Frauen mit einer hohen mammografischen Dichte, hat die alleinige Mammographie als Screeningmaßnahme nur eine Sensitivität von 38 bis 48 Prozent. Für solche Frauen wird momentan die Hinzunahme der Ultraschalluntersuchung zur Mammographie diskutiert. Im klinischen Alltag ist die komplementäre Mammadiagnostik für alle Patientinnen längst Standard in der Routinediagnostik.

In einer Untersuchung mit einem Fusionsprototypen zur Mammographieaufnahme und dreidimensionalem Ultraschall im Vergleich mit einem Mammographiegerät und einem Standard-Ultraschallkopf konnten keine Qualitätsunterschiede festgestellt werden. Dabei wurde ein neues Verfahren mit einem automatisierten Standard-3D-Ultraschallgerät gekoppelt mit einem Standard-Mammographie-System an 20 Brustkrebspatienten getestet. 

Dieser neue Ansatz ermöglicht eine gleichzeitige Aufnahme eines Röntgen- und Ultraschallbildes. Die Datenanalyse zeigt keinen Qualitätsunterschied der Aufnahmen im Vergleich zur konventionellen Mammografie. In der Studie wurden 20 Patientinnen mit invasivem Brustkrebs berücksichtigt. 

Die Fusion eines automatisierten 3D-Ultraschallgerätes mit einem Mammographiegerät liefert Mammographieaufnahmen von vergleichbarer diagnostischer Qualität. Darüber hinaus ermöglicht das Gerät die 2. Bildmodalität der komplementären Mammadiagnostik, den Ultraschall, ohne signifikanten Zeit- und zusätzlichen Untersucheraufwand. Diese Neuerung könnte die Sensitivität und Spezifität des etablierten gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland signifikant verbessern. 

Diagnose DCIS – Bedeutung für Patientinnen
Krebsvorstufen (Duktales Carcinoma in situ, DCIS) aus denen sich ein invasiver Brustkrebs entwickeln könnte, werden infolge von Screening-Programmen häufiger diagnostiziert als früher. Es gilt Über- und Untertherapien zu vermeiden. Einerseits sollten Frauen nicht unnötig operiert und bestrahlt werden, indem differenziert festgestellt wird, dass sie Zeit ihres Lebens keinen invasiven Brustkrebs bekommen würden. Andererseits können sich infolge von Fehldiagnosen und Untertherapien, bei DCIS-Patientinnen trotz OP und Strahlentherapie später Brusttumoren entwickeln. Hochgradig gefährliche Veränderungen, beispielsweise alle bei Frauen unter 40 Jahren und sehr große festgestellte DCIS, sind immer aggressiv zu therapieren. 

In der Diagnostik des DCIS sollten einzelne Risikograde noch genauer unterschieden werden, um Frauen individualisierter behandeln zu können. Es gibt gut begründete Hypothesen, dass mammographiebasierte Screeningprogramme von einer individualisierten Vorgehensweise profitieren könnten. Die zu prüfenden Verfahren würden einerseits individuell zusätzliche Bildgebungsverfahren nutzen und andererseits auch molekulare Informationen über die Patientin und das Brustdrüsengewebe berücksichtigen. 

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Kontakt:
Prof. Dr. med. R. Schulz-Wendtland
Radiologisches Institut/Gynäkologische Radiologie
Universitätsklinikum Erlangen
Universitätsstr. 21-23, 91054 Erlangen
Tel.: +49 (0) 9131 853 3460
E-Mail: ruediger.schulz-wendtland(at)uk-erlangen.de
Internet: www.radiologie.uk-erlangen.de 

Update: PRAEGNANT Studie – Prospektives akademisches translationales Forschungsnetzwerk zur Optimierung der onkologischen Versorgungsqualität in der adjuvanten und fortgeschrittenen/metastasierten Situation

Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Departments für Frauengesundheit 

In den letzten Jahrzehnten sind kontinuierliche Fortschritte in der Erforschung und Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms erzielt worden. Angesichts des extremen Wissenszuwachses ist das gemeinsame Ziel, eine möglichst passgenaue, personalisierte, effektive und nebenwirkungsarme Brustkrebs-Therapie. 

Heute wissen wir, dass das Mammakarzinom als Überbegriff für eine Vielzahl molekular definierter Tumortypen zu verstehen ist. Zudem unterliegt die Erkrankung im Rahmen des Metastasierungsprozesses einem ständigen biologischen Wandel. Bedingt durch eine Vielzahl von Prozessen sind daher wiederholte Biopsien und Re-Analysen der molekularen Eigenschaften des Tumorgewebes sinnvoll. Dafür sollten regelmäßig Biomarker auf jeder Ebene der Systembiologie bestimmt werden (Genetik, Epigenetik, Genexpression, micro- RNA, Proteomics, etc.), was im klinischen Alltag allerdings nicht routinemäßig erfolgt. Die Leitlinien empfehlen zwar die gezielte Untersuchung von Metastasengewebe, tatsächlich findet diese aber nur bei einer Minderheit der Patientinnen statt. 

Moderne Untersuchungsmethoden lassen u. a. anhand von Blutproben Rückschlüsse auf Eigenschaften des Tumors zu. Beispielsweise können aus Expressionsanalysen, Mutationsanalysen des Tumors, Abberationen von Genkopien im Tumor usw. Aussagen über Art und Entwicklungsstadium des Mammakarzinoms abgeleitet werden. Aufgrund der Notwendigkeit einer stetigen Verbesserung der Versorgungsqualität, der Heterogenität der genannten Analyseergebnisse und der logistischen Herausforderungen kann der klinische Nutzen jedoch nur im Forschungsverbund einer Vielzahl von behandelnden Ärzten und Zentren realisiert werden. 

Im Rahmen der PRAEGNANT-Studie sollen in 80 Zentren insgesamt 3500 Patientinnen mit der Diagnose eines metastasierten Mammakarzinoms unabhängig von Tumorbiologie, Metastasierungsmuster und der aktuellen bzw. bisher erfolgten Therapie eingeschlossen werden. Ziel ist der Aufbau eines Forschungsnetzwerks, in dem Kliniken/Brustzentren und niedergelassene Ärzte (Gynäkologen und Onkologen) eng zusammenarbeiten und durch welches eine strukturierte Erfassung und Analyse von krankheitsspezifischen und -relevanten Daten zu Tumorbiologie, prädiktiven und prognostischen Biomarkern, Therapie bzw. Therapieverträglichkeit, Outcome, Pharmakoökonomie und Versorgungsqualität möglich ist. 

Aktuell sind bereits mehr als 1300 Patientinnen in 44 Zentren eingeschlossen. Im Rahmen der translationalen Ziele des PRAEGNANT Forschungsnetzwerks wird allen Teilnehmern eine Whole Genome Sequenzierung angeboten. Unter anderem konnten wir bereits so Patientinnengruppen identifizieren, die von modernsten Medikamenten im Rahmen klinischer Studien profitieren und diesen somit Zugang zu einer passgenauen, personalisierten Therapie ermöglichen.

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Kontakt:
Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener
Department für Frauengesundheit Universitäts-Frauenklinik Tübingen
Calwerstr. 7, 72076 Tübingen
Tel.: +49 (0) 7071/2982246
E-Mail: diethelm.wallwiener(at)med.uni-tuebingen.de
Internet: www.uni-frauenklinik-tuebingen.de 

Daten und Fakten zur 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS)

Eröffnungsveranstaltung: Donnerstag, 26.05.2016 - 12:00-13:30 Uhr im Saal 3

Moderation: Miriam Pielhau, Berlin 

Bundesratspräsident und Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislav Tillich, spricht ein Grußwort auf der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag, den 26. Mai 2016. Auf die Entwicklung und den heutigen Stellenwert der seit 30 Jahren möglichen Brustrekonstruktion geht Prof. Dr. Feller, München, in der Keynote-Lecture ein. Prof. Craig Jordan, Houston, einer der weltweit bekanntesten Brustkrebsexperten, Entdecker der präventiven Wirkung des Brustkrebsmedikamentes Tamoxifen und der Prinzipien der Antihormone in der adjuvanten Therapie, wird die Ehrenmitgliedschaft verliehen. 

Preisverleihungen:

  • DGS Wissenschaftspreise 2016
  • Klaus-Dieter Schulz Versorgungsforschungspreis
  • Verleihung der Posterpreise 2016
  • Neu: Dissertationspreise der DGS

Oxford-Debatten mit TED-Abstimmung

  •  Ist die alleinige Immunhistochemie in der Routine noch ausreichend?
  • Muss die Mammographische Brustdichte den Frauen im Screening mitgeteilt werden?
  • Intraoperativer Boost für alle?
  • Findet durch eine neoadjuvante Behandlung eine Übertherapie statt?
  • DCIS immer behandeln?
  • Lymphabfluss: Mehr bestrahlen – weniger operieren?
  • Metastasiertes Mammakarzinom: Lokale Therapie der Brust zielführend?
  • Ist die Versorgung der Frau mit hohem Risiko im Konsortium noch zeitgemäß?
  • Medizinische Onkologen versus Organonkologen: Kommunikation oder Konfrontation?

Kongress-App:
Die Kongress-App des Senologiekongresses 2016 ist für alle mobilen Endgeräte – sowohl mit iOS als auch Android-System – verfügbar und kann kostenfrei aus den entsprechenden App-Stores heruntergeladen werden. Die App enthält neben den traditionellen Inhalten (Programm, Hallenpläne, Referenten) auch die interaktive TED-Funktion für Experten zur Abstimmung beispielsweise in den Diskussionsforen und Oxford-Debatten, um das Publikum mit einzubeziehen. Bitte beachten Sie, dass die TED-Abstimmungen nur über die App möglich sind. 

Teilnehmer/innen: 2500
Wissenschaftliche Sitzungen: 180 

In Sitzungen:
Vorsitzende in Sitzungen: 369
Sprecher in Sitzungen: 700
Präsentationen in Sitzungen: 617
Abstracts in Sitzungen: 158

Tagungszeiten:
26.05.2016 - 07:30-19:30 Uhr - 83 Sitzungen
27.05.2016 - 07:30-18:30 Uhr - 78 Sitzungen
28.05.2016 - 09:00-12:30 Uhr - 26 Sitzungen 

Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Anja Frohloff und Gabriele Nioduschewski – Pressestelle
Hausvogteiplatz 12, 10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 514 88 33 33
Mobil: +49 (0) 152 34 37 32 96
E-Mail: presse(at)senologie.org
Pressebüro im Internationalen Congress Center Dresden Raum 3.40

Pressemitteilungen 2016

Brustkrebs gemeinsam klug diagnostizieren und behandeln – Kontroverse Experten-Debatten auf der 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS) vom 26. bis 28. Mai 2016 in Dresden

Kontroverse Experten-Debatten auf der 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS) vom 26. bis 28. Mai 2016 in Dresden

Berlin, 19. Mai 2016. Über 2500 Experten für Brustgesundheit kommen zur diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS) vom 26. bis 28. Mai 2016 im Internationalen Congress Center Dresden zusammen. „Das Kongressmotto „Zusammen Brustkrebs klug behandeln“ steht für unseren Anspruch, optimale Entscheidungen in der Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen interdisziplinär zu treffen“, erklären Prof. Rita Engenhart-Cabillic und Dr. Mario Marx, Kongresspräsidenten der 36. Jahrestagung der DGS. Alle Experten, Radiologen, Chirurgen, Gynäkologen, Plastischen Chirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten bzw. Radioonkologen, Pathologen und Psychoonkologen, diskutieren aktuelle Fragestellungen zur Diagnostik und Behandlung, insbesondere optimale mögliche lokoregionale und systemische Therapieansätze. Dazu bietet die Jahrestagung in mehr als 180 wissenschaftlichen Sitzungen, Kursen und Debatten zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Brusterkrankungen eine hervorragende Möglichkeit.
Bundesratspräsident und Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislav Tillich, spricht ein Grußwort auf der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag, den 26. Mai 2016. Auf die Entwicklung und den heutigen Stellenwert der seit 30 Jahren möglichen Brustrekonstruktion geht Prof. Dr. Feller, München, in der Keynote-Lecture ein. Prof. Craig Jordan, Houston, einer der weltweit bekanntesten Brustkrebsexperten, Entdecker der präventiven Wirkung des Brustkrebsmedikamentes Tamoxifen und der Prinzipien der Antihormone in der adjuvanten Therapie, wird die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Erfolgsbilanz zertifizierter Brustzentren
Jährlich wird bei etwa 75.000 Patientinnen in Deutschland die Diagnose Brustkrebs gestellt. Jede 8. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Tumor (Mammakarzinom) in der Brust. Mit der Einführung der Mammographie zur Früherkennung stieg die Zahl der diagnostizierten Tumoren stark an. Seit 2009 ist dieser Trend jedoch wieder rückläufig. Im Jahr 2016 gibt es bundesweit über 280 von der Deutschen Krebsgesellschaft und der DGS zertifizierte Brustzentren. Hier lassen sich über 90 Prozent der Frauen, und auch Männer, die an einem primären Mammakarzinom erkranken, nach aktuellen Leitlinien qualitätsgesichert behandeln. Trotz der gestiegenen Erkrankungsraten sterben deutlich weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren. Dies ist ein Indikator für die etablierte Versorgungsqualität und die Erfolgsgeschichte der seit über 12 Jahren zertifizierten Brustzentren.

Wie viel Prävention und Früherkennung sind sinnvoll?
In der Prävention geht es darum, Frauen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Brustkrebs als Ratsuchende und nicht als Patientinnen zu verstehen. Erst nach ausführlicher Beratung mit Nutzen- und Risikoabwägung kann ein Angebot präventiver Maßnahmen folgen. Wer sollte sich auf Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 testen lassen? Das Deutsche Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs gibt die Kriterien vor, nach denen ein erblich bedingtes Risiko besteht und ein Test zu empfehlen ist. Auf dem Kongress diskutieren die Experten: „Ist die Versorgung der Frau mit hohem Risiko im Konsortium noch zeitgemäß?“

In der Früherkennung geben die Thesen der US-Leitlinie (2015) Anlass für neue Diskussionen zum Mammographie-Screening in Deutschland. Auf der Jahrestagung werden die idealen Intervalle des Brustscreenings und die Altersspanne des Mammographie-Screenings von bisher 50-69 Jahren auf jüngere und ältere Frauen erörtert. Wie sollte die dichte Brust weiterhin ultrasonografisch untersucht werden, zusätzlich zum Mammographie-Screening? Noch zu oft kommt es bei Brustuntersuchungen zu Erkennungs- oder Interpretationsfehlern und damit zu Fehldiagnosen. Meist hängt dies mit der Dichte des Brustgewebes, dem Tumortyp und der Aufnahmetechnologie zusammen.

Moderne Operationsverfahren bei Brustkrebs
Die operative Behandlung von Patientinnen und Patienten ist in den vergangenen 30 Jahren revolutioniert worden. Die Einbindung des hochfrequenten Ultraschalls in Operationsverfahren bei einer zunehmenden Anzahl von Brustzentren hat zu onkologisch souveränen Ergebnissen geführt. Die operativen Verfahren an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen nach Wallwiener et al ermöglichen eine klare Orientierung aller Beteiligten bei der Behandlung des Mammakarzinoms. Sowohl Patientinnen und Patienten, behandelnde Ärzte als auch die Kostenerstatter verfügen über einen wissenschaftlich erarbeiteten operativen Behandlungsalgorithmus.
Aktuell werden beeindruckende Resultate der Wiederherstellung des Sinnesorganes Brust erzielt. Neben den bekannten Rekonstruktionsmöglichkeiten mit Implantaten und/oder Netzen wurden, dank der 30-jährigen Routine sowie der freien Transplantation des Fettgewebes vom Unterbauch bzw. des Gesäßes, bedeutsame Behandlungsmöglichkeiten entwickelt. Auch bei der Behandlung von operationsbedingten oder strahlenbedingten Lymphödemen der Arme können mittels mikrochirurgischer Lymphknoten-Transplantationen signifikante Besserungen erreicht  werden. Eine erfolgreiche operative Behandlung des Mammakarzinoms im interdisziplinären Konzept ist mit ca. 56 Prozent am Gesamterfolg einer Therapie von Patientinnen und Patienten beteiligt.

Optimierte Kommunikation kann Rückfällen vorbeugen, Lokalrezidivrate senken
Vorteile ergeben sich aus den regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenzen, bei denen das Therapieziel mit Mortalitätsreduktion oder Rezidivminderung diskutiert und der optimale Behandlungsplan für die individuelle Patientin festgelegt wird. Bei Patientinnen mit invasivem Karzinom erfolgt die postoperative Strahlentherapie, welche Standard für jede Frau nach brusterhaltender Therapie (BET) ist, um die Lokalrezidivrate zu senken und auch signifikant die Überlebensrate nach 10 und 15 Jahren zu verbessern. Anders verhält es sich beim DCIS, einer Karzinomvorstufe. „Hier wird durch die adjuvante Strahlentherapie lediglich das Rezidivrisiko, nicht jedoch die Überlebensrate verbessert. In dieser Situation gilt es, eine offene und für den Patienten transparente Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen“, erklärt Prof. Engenhart-Cabillic. Unter der Prämisse, dass bei bestimmten Risikokonstellationen weniger durchaus auch gleich oder gar mehr sein kann, wird der Verzicht der Strahlentherapie unter diesen speziellen Risikokonstellationen erörtert. Studienergebnisse der Teilbrustbestrahlung sowie wann und mit welchen technischen Möglichkeiten diese erfolgen kann, werden diskutiert.

Weitere Schwerpunkte des Kongresses sind die neuen mutationsbezogenen Behandlungswege, Optionen der Brustrekonstruktion und der psychologischen Betreuung von  Krebspatientinnen als Teil des interdisziplinären Behandlungskonzeptes. „Die Motivation der Patientin trägt schließlich wesentlich zum Genesungserfolg bei“, betont Prof. Schulz-Wendtland, Präsident der DGS. Wichtig sei daher die möglichst frühzeitige Einbindung und optimale Beratung der an Brustkrebs erkrankten Patientin.

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Quellen:  www.Krebsdaten.de

Pressekontakt für Rückfragen:
Anja Frohloff
Gabriele Nioduschewski
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Hausvogteiplatz 12
10117 Berlin
Tel. +49 (0)30-514 88 3333
Fax +49 (0)30-514 88 344
E-Mail: presse(at)senologie.org

„ICH BIN DABEI!“ Brustkrebs: Verstehen. Früh erkennen. Klug behandeln.

„ICH BIN DABEI!“ Brustkrebs: Verstehen. Früh erkennen. Klug behandeln.

25. Mai 2016: Aktionstag zum Thema Brustkrebs

Informationstag mit Programm auf dem Postplatz Dresden, 15:15 bis 19:19 Uhr

Als Auftakt der 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie findet der Informationstag „ICH BIN DABEI!“ Brustkrebs: Verstehen. Früh erkennen. Klug behandeln. auf dem Postplatz Dresden statt, direkt beim berühmten Zwinger und dem Schauspielhaus.
Großes und kleines Laufpublikum trifft spontan auf die Veranstaltung: Aufklärung mitten im öffentlichen Raum – fernab vom weißen Kittel und von sterilen Krankenhausfluren. In entspannter Atmosphäre können Besucher ihr Verständnis für Brustkrebs erweitern.

Wir freuen uns, dass in diesem Jahr Dresden das weltweit für den Kampf gegen Brustkrebs bekannte Symbol „Pink Ribbon“ tragen wird. Der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. ist es eine Ehre, erneut die Schirmherrschaft für diese wichtige Informationsveranstaltung zu übernehmen. Auch 2015 erhielten fast eine halbe Million Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. Mit jährlich nahezu 75.000 Neuerkrankungen an Brustkrebs ist das Mammakarzinom die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. Deshalb gehen auch in diesem Jahr am Vortag der 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie wieder die Experten für die Behandlung von Erkrankungen der Brust „auf die Straße“, um eine breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und über die Möglichkeiten der Prävention, Früherkennung und Therapie bei Brustkrebs aufzuklären.

Die Kongresspräsidenten Frau Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Strahlentherapie an den Universitätskliniken Gießen und Marburg sowie Dr. med. Mario Marx, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Brustchirurgie; Standortleiter Standort Radebeul als Kooperationspartner des Regionalen Brustzentrums Dresden, haben die Realisierung der Veranstaltung maßgeblich vorangetrieben. Für die Umsetzung des ausschließlich über Spenden und Sponsoren finanzierten Aktionstags hat er zahlreiche ehrenamtlich Mitwirkende gefunden.

Die Besucher erwartet ein breites Informationsprogramm zu Früherkennungstests, Gerätschaften, Vorgehensweisen, Betroffenen-Hilfe und vielem mehr. Personen des öffentlichen Lebens, Prominente und medizinische Experten sprechen auf der Bühne über die wichtigsten Aspekte der Themen Brustkrebs, Früherkennung, Behandlung und Heilungschancen. Moderiert wird die Veranstaltung von Bärbel Schäfer.

Einladung zur 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie 26. bis 28. Juni 2016, Internationales Congress Center Dresden

Einladung zur 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie 26. bis 28. Juni 2016, Internationales Congress Center Dresden

„Zusammen Brustkrebs klug behandeln“

 Sehr geehrte Medienvertreter,

„Zusammen Brustkrebs klug behandeln“ – unter diesem Motto treffen sich vom 26. bis 28. Mai 2016 in Dresden mehr als 2.500 Experten für Brusterkrankungen (Senologen) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS). Vertreter aller an der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs beteiligten Fachrichtungen – vom Gynäkologen, Chirurgen, Plastischen Chirurgen, Onkologen, Radiologen und Strahlentherapeuten bis zum Pathologen und Psychoonkologen – diskutieren aktuelle Forschungserkenntnisse zum Thema Brustkrebs.

Was ist der optimale, individuelle Versorgungsweg für die einzelne Frau? Wie viel  Früherkennung und welche Diagnostik sind für wen am sinnvollsten? Führen neue operative  Konzepte wie das Operieren unter Ultraschallsicht zu besseren Ergebnissen? Welche innovativen systemischen Therapiekonzepte für die verschiedenen Erkrankungsstadien sind erfolgversprechend? Kann eine Übertherapie vermieden werden? Wie kann die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden? Um Antworten auf Fragen wie diese ringen Experten auf dem höchsten wissenschaftlichen Niveau.

Jährlich erkranken etwa 75.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Jede zehnte Frau ist bei Diagnosestellung jünger als 45 Jahre. Die Heilungschancen haben sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert und liegen inzwischen bei über 90 Prozent, wenn die Erkrankung im Frühstadium erkannt wird. Geschichten von Prominenten – wie Angelina Jolie, die sich wegen ihres genetisch bedingt sehr hohen Brustkrebsrisikos für eine prophylaktische beidseitige Mastektomie entschied und dies öffentlich machte –  rufen regelmäßig ein großes Medienecho hervor. Auch dadurch erfahren Themen wie Brustkrebsfrüherkennung oder Chancen und Risiken von Brustkrebstherapien zunehmend breite öffentliche Aufmerksamkeit.

Wir laden Sie als Medienvertreter herzlich ein, sich im tagesaktuellen Einladungsprogramm online HIER   einen ersten Überblick über aktuelle Themen zu verschaffen.

Akkreditieren Sie sich zur Jahrestagung, lernen Sie die Experten für Brustgesundheit, deren Erfahrungsschatz und aktuelle wissenschaftliche Studien kennen. Nutzen Sie diesen interdisziplinären Kongress für Ihre Recherchen und berichten darüber. Falls Sie Ihre Teilnahme noch nicht bestätigt haben, können Sie sich online HIER akkreditieren.

Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gerne unter 030-514 88 3333 oder presse(at)senologie.org an uns wenden.

Wir freuen uns auf das Treffen in Dresden!

Beste Grüße

Anja Frohloff
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Hausvogteiplatz 12
10117 Berlin
Tel. +49 (0)30-514 88 3333
Fax +49 (0)30-514 88 344
E-Mail: presse(at)senologie.org


Vollständige Einladung inkl. Anfrage nach weiteren Informationen.

Pressemitteilungen 2015

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Neue Ergebnisse zum Mammographiescreening – Wissenschaftliche Bewertung

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Neue Ergebnisse zum Mammographiescreening – Wissenschaftliche Bewertung

Prof. Dr. Rüdiger Schulz-Wendtland,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS),
Oberarzt am Radiologischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen

Kritik am Mammographiescreening hat in den letzten 12 Monaten potentielle Teilnehmerinnen erheblich verunsichert. Angeblich erziele das Mammographiescreening die nach den sieben, vor über 20 Jahren durchgeführten, randomisierten Studien erwartete Mortalitätssenkung nicht. Diese Studien seien zum Teil fehlerhaft durchgeführt und ausgewertet worden. Als Beleg wurde eine dieser Studien, die kanadische randomisierte Studie (CNBSS) angeführt, die keine Reduktion der Brustkrebssterblichkeit gezeigt hatte. Zudem sei mit der Verbesserung der Prognose durch die heute durchgeführte medikamentöse Zusatzbehandlung eine wesentliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch die Früherkennung nicht mehr zu erwarten.

Eine darauf veröffentlichte Analyse des kanadischen Mammographie-Screening-Programms [1], welches trotz des negativen Ergebnisses der oben genannten CNBSS Studie eingeführt worden war, unterstreicht jedoch die Wirksamkeit des Mammographiescreenings auch in der heutigen Zeit. Bei Frauen, die von 1990 bis 2009 am Mammographiescreening teilgenommen hatten, wurde eine Senkung der Brustkrebsmortalität um 40% nachgewiesen. Die neuen Ergebnisse aus Kanada bestätigen die Einschätzung, dass die Früherkennung, auch bei Anwendung der heute üblichen medikamentösen Behandlung mit Hormon- und Chemotherapie, eine deutliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit erreicht. Sie stützen damit die Ergebnisse der im Auftrag der britischen Regierung [2] und der niederländischen Regierung [3] unabhängig voneinander erstellten Analysen der vorliegenden wissenschaftlichen Evidenz.

Beide Expertenkommissionen empfehlen, die nationalen Mammographie-Screening-Programme fortzuführen und weiterzuentwickeln. Auch die Frauen, die in Deutschland am Mammographiescreening teilnehmen, können von einer deutlichen Senkung der Brustkrebssterblichkeit ausgehen. Erste Auswertungen zeigen den erwarteten Rückgang fortgeschrittener Karzinome.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) der Ärzte und Krankenkassen die der Einladung beigelegte Information überarbeitet, um allen Frauen eine selbständige und informierte Abwägung zwischen individuellem Nutzen und potentiellen Nachteilen der Früherkennung auf der Basis der neuesten Erkenntnisse zu ermöglichen. Auch zu diesem Entwurf hat die DGS Stellung genommen und auf Veränderungen gedrungen.
Nach der Zurückweisung der Kritik an den randomisierten Mammographiescreeningstudien durch ein von der WHO eingesetztes Expertengremium, hatte der Deutsche Bundestag 2002 beschlossen, auch in Deutschland ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening-Programm einzuführen. Die aktuellen Ergebnisse aus Kanada bestätigen diese Entscheidung erneut. Nach wie vor kann man allen berechtigten Frauen in Deutschland die Teilnahme am bevölkerungsbezogenen qualitätsgesicherten Mammographiescreening empfehlen.

Literatur:
1. Coldman, A., et al., Pan-canadian study of mammography screening and mortality from breast cancer. Journal of the National Cancer Institute, 2014. 106(11).
2. Marmot, M.G., et al., The benefits and harms of breast cancer screening: an independent review. British journal of cancer, 2013. 108(11): p. 2205-40.
3. Health Council of the Netherlands. Population screening for breast cancer: expectations and developments. , 2014, Health Council of the Netherlands: The Hague.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Kontakt:
Prof. Dr. med. R. Schulz-Wendtland
Radiologisches Institut/Gynäkologische Radiologie
Universitätsklinikum Erlangen
Universitätsstr. 21-23, 91054 Erlangen
Tel: +49 9131 853 3460 / FAX  +49 9131 853 2081
E-Mail: ruediger.schulz-wendtland(at)uk-erlangen.de
Internet: www.radiologie.uk-erlangen.de

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Die moderne interdisziplinäre Therapie des Brustkrebses – Erfolge und Herausforderungen

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Die moderne interdisziplinäre Therapie des Brustkrebses – Erfolge und Herausforderungen

Prof. Dr. Andreas Schneeweiss,
Kongresspräsident 2015,
Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen,
Universitäts-Klinikum Heidelberg

Das Mammakarzinom ist zu einer meist heilbaren Krankheit geworden. Das Brustkrebsspezifische Überleben nach 5 Jahren in Deutschland liegt derzeit bei 80–90%. Aber auch heute sterben in Deutschland noch 20–30% der Patienten an ihrer Erkrankung und die hohe Heilungsrate wird mit einer massiven Übertherapie erkauft.
Der Wissenszuwachs durch die Grundlagenforschung ist rasant, immer neue Ansätze werden generiert, eine rasante Spezialisierung findet statt. Der Kliniker verliert rasch den Überblick, aber auch der Grundlagenforscher schnell den Bezug zu den klinischen Problemen. Aus diesem Dilemma geboren sind die interdisziplinär besetzten Tumorboards und die translational arbeitenden Krebszentren, die das Wissen der Spezialisten wieder zum Wohle des individuellen Patienten bündeln sollen. Dennoch kommen zurzeit nur wenige der Ansätze in der täglichen Behandlung an. Das liegt sicher an der komplexen Materie und an strukturellen Defiziten, aber auch an Wissenslücken bei jedem von uns.
Die bahnbrechenden Arbeiten von Perou und Sorlie über die intrinsischen Subtypen markieren eine Zäsur für das Verständnis des Brustkrebses [1, 2]. Er wird heute als Überbegriff für eine Vielzahl molekular definierten Tumortypen verstanden. Hinzu kommt das rasch anwachsende Wissen um die intratumorale Heterogenität. Im Brustkrebs eines Patienten finden sich unterschiedliche, molekular definierte Subklone, die zum Teil Stammzelleigenschaften aufweisen [3, 4]. Schon bei Diagnosestellung weist ein Tumor in der Regel 2–8 für die Entstehung und Aufrechterhaltung von malignem Wachstum relevante Genmutationen auf, die 12 Signaltransduktionswegen zugeordnet werden können [5]. Neben den Eigenschaften der Tumorzellen erlangt die Betrachtung des umgebenden Gewebes oder Mikromilieus zunehmend an Bedeutung.
Auch die Interaktion von Tumorzelle und Umgebung ist ein entscheidender Faktor bei Entstehung, Aufrechterhaltung und Progression maligner Erkrankungen [3, 6]. Zudem können sich die molekularen Eigenschaften des Primärtumors von denen seiner Metastasen unterscheiden [7, 8]. Aufgrund dieser Evolution der Brustkrebserkrankung sind wiederholte Biopsien und Reanalysen sinnvoll. Hierbei sollten im Idealfall Biomarker auf jeder Ebene der Systembiologie bestimmt werden (Genetik, Epigenetik, Genexpression, micro-RNA, Proteomics, ect.). Dies ist im Alltag aber nicht umsetzbar. Eine weniger invasive zugleich umfassende Alternative könnte die Analyse von Blut oder Plasmaproben darstellen [71, 72, 11]. Der Aufbau einer effektiven und flächendeckenden Infrastruktur, die solche Analysen an Tumormaterial oder Blut schnell und zuverlässig ermöglicht, ist eine der Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Integration zielgerichteter Therapien in die tägliche Praxis [12]. Das Wissen um die Heterogenität des Brustkrebses hat auch zu einer neuen Generation von Studien geführt. Manche Arzneimittel werden nur noch für sehr kleine Subgruppen von Patienten entwickelt. Die Organisation der Erfassung von Patientendaten und molekularen Tumordaten ist deswegen auch für die erfolgreiche Durchführung von klinischen Studien von besonderer Bedeutung. Moderne onkologische Therapien sollen idealerweise an den spezifischen Eigenschaften einer Tumorerkrankung und seiner Umgebung ausgerichtet sein. Mit der endokrinen Therapie beim hormonrezeptorpositiven Brustkrebs wird der Grundsatz der zielgerichteten onkologischen Therapie bereits seit Jahrzehnten bei Brustkrebs realisiert. Die moderne Therapie HER2-positiver Tumore ist ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Translation zielgerichte  ter Therapieprinzipien in den klinischen Alltag. Beim HER2-negativen metastasierten Mammakarzinom stehen in der klinischen Routine mit Bevacizumab, Everolimus und Palbociclib (bisher nicht in Europa) drei weitere zielgerichtet wirksame Medikamente zur Verfügung. Es fehlen aber validierte prädiktive Marker zur Therapieentscheidung und ‑Steuerung. Viele weitere Substanzen befinden sich in der klinischen Entwicklung, für deren klinische Testung aber alternative, intelligentere Studienkonzepte entwickelt werden müssen. Bei aller Begeisterung für diese zielgerichtet wirksamen Therapien darf nicht vergessen werden, dass mit der Chemotherapie eine wenn auch eher unspezifische, so doch effektive palliative Therapie zur Verfügung steht. Neben der endokrinen Therapie stellt die Chemotherapie als Kombinationspartner oft das Rückgrat der palliativen Systemtherapien dar.
Je ungenauer wir auch zukünftig die inter- und intratumorale Heterogenität des Tumors und seiner Umgebung abbilden, desto unspezifischer wird unsere Therapie bleiben. Um unserem Traum der personalisierten Therapie näher zu kommen, müssen wir Strukturen schaffen, die repetitive genauere Analysen des Tumors und seiner Umgebung ermöglichen und den interdisziplinären Austausch über die Ergebnisse dieser Analysen fördern.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Referenzen:
1. Perou CM, Sørlie T, Eisen MB et al. Molecular portraits of human breast tumours. Nature 2000; 406: 747–752
2. Sørlie T, Perou CM, Tibshirani R et al. Gene expression patterns of breast carcinomas distinguish tumor subclasses with clinical implications. Proc Natl Acad Sci U S A 2001; 98: 10869–10874
3. Zardavas D, Baselga J, Piccart M. Emerging targeted agents in metastatic breast cancer. Nat Rev Clin Oncol 2013; 10: 191–210
4. Yates LR, Campbell PJ. Evolution of the cancer genome. Nat Rev Genet 2012; 13: 795–806
5. Vogelstein B, Papadopoulos N, Velculescu VE et al. Cancer genome landscapes. Science 2013; 339: 1546–1558
6. Hanahan D, Coussens LM. Accessories to the crime: functions of cells recruited to the tumor microenvironment. Cancer Cell 2012; 21: 309–322
7. de Dueñas EM, Hernández AL, Zotano AG et al. Prospective evaluation of the conversion rate in the receptor status between primary breast cancer and metastasis: results from the GEICAM 2009-03 ConvertHER study. Breast Cancer Res Treat 2014; 143: 507–515
8. Hoefnagel LD, van de Vijver MJ, van Slooten HJ et al. Receptor conversion in distant breast cancer metastases. Breast Cancer Res 2010; 12: R75
9. Fehm T, Becker S, Duerr-Stoerzer S et al. Determination of HER2 status using both serum HER2 levels and circulating tumor cells in patients with recurrent breast cancer whose primary tumor was HER2 negative or of unknown HER2 status. Breast Cancer Res 2007; 9: R74
10. Fehm T, Muller V, Aktas B et al. HER2 status of circulating tumor cells in patients with metastatic breast cancer: a prospective, multicenter trial. Breast Cancer Res Treat 2010; 124: 403–412
11. Murtaza M, Dawson SJ, Tsui DWet al. Non-invasive analysis of acquired resistance to cancer therapy by sequencing of plasma DNA. Nature 2013; 497: 108–112
12. P. A. Fasching, S. Y. Brucker, T. N. Fehm, et al. Biomarkers in Patients with Metastatic Breast Cancer and the PRAEGNANT Study Network. Geburtsh Frauenheilk 2015; 75: 41–50

Kontakt:
Prof. Dr. med. Andreas Schneeweiss
Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen
Universitäts-Klinikum
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56 36051, Fax: 06221 56 7920
E-Mail: andreas.schneeweiss(at)med.uni-heidelberg.de
Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Immuntherapie des Mammakarzinoms – Wie das Immunsystem bei der Krebstherapie hilft

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Immuntherapie des Mammakarzinoms – Wie das Immunsystem bei der Krebstherapie hilft

Prof. Dr. Diana Lüftner,
Kongresspräsidentin 2015,
Oberärztin der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie,
Onkologie und Tumorimmunologie,
Charité Campus Benjamin Franklin Berlin

Das Wissenschaftsmagazin „Science“ erklärte 2013 immuntherapeutische Ansätze bei der Behandlung von Krebserkrankungen zum „Breakthrough of the Year“. Immunologische Therapieformen werden auch die Behandlung des Mammakarzinoms in den kommenden Jahren deutlich verändern. Auch für die Immuntherapie steht die Frage nach der Personalisierung im Mittelpunkt der Forschung, auch aus pharmako-ökonomischen Gründen.

Checkpoint-Hemmung für den metastasierten Brustkrebs
Das Immunsystem wird direkt von der malignen Zelle vom eigenen regulatorischen Netzwerk blockiert. Jetzt stehen Medikamente für die Aufhebung dieser Hemmung zur Verfügung. Der derzeit für den Brustkrebs am intensivsten diskutierte immuntherapeutische Ansatz ist die Hemmung des PD-1-Systems. PD-1-Antikörper wirken in der Effektorphase des Immunsystems im peripheren Gewebe und damit an der Kontaktstelle zwischen Tumorzelle und T-Zelle. Die ersten Phase I- und II-Studien zeigen insbesondere beim sehr schwer zu behandelnden, metastasierten triple-negativem Brustkrebs erfolgversprechende Ergebnisse. Wie bei allen anderen Tumorerkrankungen scheinen 20–30% der Patientinnen ein verlängertes Gesamtüberleben zu zeigen.

Weitere Ansätze der Immuntherapie
Neben der Checkpoint-Hemmung befindet sich derzeit noch eine ganze Reihe weiterer immuntherapeutischer Ansätze in der klinischen Prüfung. So wurden beispielsweise künstlich hergestellte bispezifische Antikörper entwickelt, die sowohl an Immunzellen als auch an Tumorzellen binden und beide miteinander verknüpfen. Das könnte die Anti-Tumor-Aktivität der Immunzellen verbessern. Dieser Ansatz wird derzeitig für die andere, als aggressiv eingeschätzte Gruppe der Mammakarzinome, das HER-2/neu-positive Mammakarzinom, geprüft.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Kontakt:
Prof. Dr. Diana Lüftner
Charité - Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin,
CC 14: Tumormedizin Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie,
Onkologie und Tumorimmunologie
Hindenburgdamm 3, 12200 Berlin
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25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: PRAEGNANT Mammakarzinom – Prospektives akademisches translationales Forschungs-netzwerk zur Optimierung der onkologischen Versorgungsqualität in der adjuvanten und fort-geschrittenen/metastasierten Situation

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: PRAEGNANT Mammakarzinom – Prospektives akademisches translationales Forschungsnetzwerk zur Optimierung der onkologischen Versorgungsqualität in der adjuvanten und fortgeschrittenen/metastasierten Situation:

Versorgungsforschung, Pharmakogenetik, Biomarker, Pharmakoökonomie

Prof. Dr. Sara Y. Brucker,
Schriftleiterin Zeitschrift Senologie,
Ärztliche Direktorin am Forschungsinstitut für Frauengesundheit der Universitäts-Frauenklinik Tübingen,
Stell. Ärztliche Direktorin

Innerhalb der Patientenpopulation mit einem Mammakarzinom gilt die Subpopulation der Patienten mit Metastasen immer noch als diejenige mit einer schlechteren Prognose. Nicht nur in Bezug auf die Therapiemöglichkeiten, sondern auch bezüglich der qualitätsgesicherten Versorgung stellt diese Patientengruppe eine Herausforderung dar.

Aktuell zielen Fortschritte in der Therapie des Mammakarzinoms auf die zielgerichtete Behandlung, sowie auf die Identifikation derjenigen Patienten, für die der größte Nutzen für eine spezifische Therapie in Verbindung mit den geringsten Nebenwirkungen zu erwarten ist, ab. Nichtsdestotrotz wird die Untersuchung von Patient und Tumor auf molekularer Ebene in der metastasierten Situation nicht routinemäßig durchgeführt und vielfach werden die Charakteristika des Primärtumors als hinreichend betrachtet, um als Grundlage für Therapieentscheidungen bei Patienten in der metastasierten Situation zu dienen. Obwohl die erneute Untersuchung von Tumorcharakteristika aus Tumormaterial der Metastasen in nationalen Leitlinien empfohlen wird, erfolgt nur bei einer Minderheit der Patienten eine Biopsie. Dies wird mit der Invasivität der Methode begründet, obwohl Biopsiebezogene Komplikationen selten berichtet werden.

Mit Hilfe moderner analytischer Methoden scheint es möglich zu sein, Tumorbezogene Untersuchungsergebnisse aus Blutproben mit Eigenschaften des tatsächlichen Tumors zu korrelieren. Diese beinhalten beispielsweise u.a. Expressionsanalsysen, Mutationsanalysen des Tumors, Abberationen von Genkopien im Tumor, etc..

Ziel der PRAEGNANT-Studie ist es, im Rahmen eines akademischen Forschungsnetzwerks, in dem Kliniken/Brustzentren und niedergelassene Ärzte (Gynäkologen und Onkologen) eng zusammenarbeiten die Etablierung einer Infrastruktur für die umfassende Analyse von molekularen Charakteristika von Tumor, Metastase und Patientin und durch detaillierte Verlaufsananlysen Patientinnengruppen herauszukristallisieren um für diese eine passgenaue, personalisierte Therapie empfehlen zu können. Das primäre Studienziel ist die Identifikation von Biomarkern, die für die Prädiktion des progressionsfreien Überlebens (PFS) geeignet sind. D.h. um vorher zusehen, welche Therapie genau bei dieser einzelnen Patientin am besten wirkt. Biomarker beziehen die umfassende molekulare Analyse der Genexpression, der Genmutationen und der Serum- und Gewebebiomarker mit ein.

Desweiteren wollen wir Daten zur Versorgung von Brustkrebs-Patientinnen zu sammeln, um daraus Rückschlüsse auf die Struktur und Qualität der Versorgung der Patientinnen zu ziehen und Maßnahmen zur Optimierung ableiten zu können, eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Therapie sicherzustellen und innovative Ansätze noch rascher in die klinische Routine umzusetzen.
In PRAEGNANT wollen wir in ca. 40 Zentren insgesamt 3500 Patientinnen bei denen die Diagnose eines metastasierten Mammakarzinoms vorliegt unabhängig vom der Art des Tumors und der Metastatierung und auch unabhängig von der Art der Therapie aufnehmen und Langzeitdaten für Patientinnen und für die Wissenschaft sammeln. Aktuell konnten wir bereits > 800 Patientinen in unser Netzwerk aufnehmen.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. med. Sara Y. Brucker
Forschungsinstitut für Frauengesundheit
Department für Frauengesundheit
Calwerstr. 7
72076 Tübingen
Tel.: +49 7071 29-80791/ -82211 FAX: +49 7071 29-4663
E-Mail: sara.brucker(at)med.uni-tuebingen.de
Internet: www.uni-frauenklinik-tuebingen.de

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Interdisziplinäre Therapieplanung an qualitätsgesicherten Brustzentren

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Interdisziplinäre Therapieplanung an qualitätsgesicherten Brustzentren

Prof. Dr. Christof Sohn,
Ehrenkongresspräsident 2015,
Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Heidelberg,
Universitäts-Klinikum Heidelberg

„Breast disease should be cared for by specialists in breast disease working as teams in breast units.“ [1]

(EUSOMA auf der Basis diverser Publikationen, u. a. NHS, BASO, ESSO, etc.)

Die moderne Therapie des Mammakarzinoms basiert auf den möglichst perfekt aufeinander eingestellten Mitgliedern eines interdisziplinären Teams, die die Patientin gemeinsam beraten und betreuen. Dieses Setting ist in Kliniken anzutreffen, die qualitätsgesicherte Brustzentren betreiben, in denen alle notwendigen Ressourcen gebündelt zur Verfügung stehen. Die Verbesserung der Überlebensraten [2] ist somit einerseits der Erfolg der sich immer weiter entwickelnden Medizin mit immer passgenaueren Therapiekonzepten, aber anderseits auch der Etablierung von Brustzentren, die es erst ermöglicht haben, die Expertise verschiedener Disziplinen gezielt im Sinne der Patientin zu bündeln. So ist es heute selbstverständlich, dass die Patientin nicht nur von einem Arzt beraten wird, sondern dass vor einer Behandlung eine interdisziplinäre Konferenz stattfindet, die alle relevanten Aspekte aus der jeweiligen Fachdisziplin heraus beleuchtet und eine Gesamtempfehlung abgibt. Ist die Diagnostik zufriedenstellend abgeschlossen? Ist die Pathologie der präoperativen, histologischen Sicherung konkludent? Benötigt die Patientin primär eine Operation oder sollte sie doch eher zunächst medikamentös behandelt werden? Letzteres ist immer häufiger der Fall. Nicht zu vergessen ist, dass Beratungen bzgl. des familiären Risikos, der Möglichkeiten der Rekonstruktion oder auch über komplementäre Medizin soweit nötig/ gewünscht selbstverständlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes sind.

Fazit: Qualitätsgesicherte Brustzentren, welche die Zusammenarbeit von u.a. Gynäkologen, Pathologen, Radiologen, plastischen Chirurgen, Humangenetikern, Internisten und Strahlentherapeuten, aber auch von nicht ärztlichen Berufsgruppen wie z.B. Breast Care Nurses, OP-Schwestern, Sozialarbeitern und Psychotherapeuten überhaupt erst ermöglichen/ koordinieren, sind im Sinne der Patientinnen. Aus vielen Einzelstimmen, die alleine nie diesen Klang erzeugen könnten, entsteht der Gesamteindruck, den nur ein harmonisch spielendes Orchester erreichen kann.

1. Wilson, A.R., et al., The requirements of a specialist Breast Centre. Eur J Cancer, 2013. 49(17): p. 3579-87.
2.Heil, J., et al., Outcome analysis of patients with primary breast cancer initially treated  a certified academic breast unit. Breast, 2012. 21(3): p. 303-8.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christof Sohn
Geschäftsführender Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik
Im Neuenheimer Feld 440, 69120 Heidelberg
Tel. 06221-56-7901 (Sekretariat), Fax 06221-56 4328
E-Mail: christof.sohn(at)med.uni-heidelberg.de
Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Senologie – quo vadis?

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Senologie – quo vadis?

Prof. Dr. Diethelm Wallwiener,
Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS),
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG),
Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Departments für Frauengesundheit

Über 90% der Patientinnen mit Erstdiagnose Mammakarzinom lassen sich in einem zertifizierten Brustzentrum behandeln. Über 80% der Patientinnen mit Mammakarzinom können wir heilen. Die zertifizierten Brustzentren sind seit über 10 Jahren etabliert und haben internationalen Modellcharakter angenommen und die onkologischen und gynäkologischen Krebszentren inspiriert.
In Deutschland bietet die Senologie mit der interdisziplinären Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) und der Jahrestagung als Plattform aller an der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs beteiligten Fachdisziplinen ein Beispiel, wie Kooperation und Kommunikation über Fächergrenzen hinweg der Qualität und dem Wohle der Patientinnen dienen.

Vor welchen Herausforderungen steht die Senologie in Zukunft?
Wir haben gelernt, dass Tumor nicht gleich Tumor ist, die enorme Differenzierung ist Chance und Herausforderung zugleich. Eine Chance für individuellere Behandlung, aber eine Herausforderung für die sichere Zuordnung. Der Weg zur individualisierten Therapie ist das Ziel, dennoch müssen wir immer auch die Sicherheit und Qualitätssicherung im klinischen Einsatz im Blick behalten. Labor- und Gendiagnostik, systemische Therapien und operative Verfahren sind im Zukunftskonzept der individualisierten Medizin wichtig, um optimale Behandlungsstrategien zu entwickeln und Übertherapie zu reduzieren. Auch die Situation von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs wollen und müssen wir verbessern – die Entwicklung, Implementierung und Standardisierung der innovativen Behandlungsmöglichkeiten steht daher im Fokus der nächsten Dekade. Dies alles funktioniert nur mit Prozessen in Klinik und Forschung, welche die translationale Forschung erleichtern und die Implementierung in die Praxis sichern.

Die Senologie steht aber auch vor der Herausforderung des Stabwechsels in den Kliniken, Zentren und Praxen – den wissenschaftlichen und klinischen ärztlichen Nachwuchs für unsere Spezialisierung zu gewinnen, ist daher fundamental für die Fortsetzung des beschrittenen Weges.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Wallwiener
Department für Frauengesundheit
Universitäts-Frauenklinik Tübingen
Calwerstr. 7, 72076 Tübingen
Tel.: 07071/29-8223
E-Mail: diethelm.wallwiener(at)med.uni-tuebingen.de
Internet: www.uni-frauenklinik-tuebingen.de

Einladung zur 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie 25. bis 27. Juni 2015, Congress Center Leipzig

Einladung zur 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie 25. bis 27. Juni 2015, Congress Center Leipzig

Sehr geehrte Medienvertreter,

das Mammakarzinom ist zu einer meist heilbaren Krankheit geworden. Das Brustkrebs-spezifische Überleben nach 5 Jahren in Deutschland liegt derzeit bei 80–90%. Die neue Herausforderung ist es, sicher zu therapieren und vorherzusagen, wann man risikoarm auf bestimmte Therapien verzichten kann. Leider fehlen uns dafür immer noch verlässliche Methoden.

Der Wissenszuwachs durch die Grundlagenforschung ist rasant, immer neue Ansätze werden generiert, eine rasante Spezialisierung findet statt, die personalisierte Therapie ist das Ziel. Den Dialog zwischen den Disziplinen zu fördern, um die Ansätze aus der Forschung in die Klinik zu bringen und damit rasch in die Versorgung umzusetzen, ist das besondere Anliegen des Senologiekongresses. Der Traum von der personalisierten Therapie kann nur mit diesem Wissenszuwachs realisiert werden.

Als Medienvertreter laden wir Sie herzlich ein, den Kongress persönlich zu besuchen, für Ihre Recherchen zu nutzen und darüber zu berichten. Zur Kongress-Pressekonferenz  am Donnerstag, den 25. Juni von 10.30–11.30 Uhr laden wir Sie noch gesondert ein. Falls Sie Ihre Teilnahme noch nicht bestätigt haben, können Sie sich auf dem unten stehenden Formular akkreditieren. Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gerne unter 030-514 88 3333 oder presse(at)senologie.org an uns wenden.

Wir freuen uns auf ein Treffen in Leipzig!

Programm als Download (PDF)

Vollständige Einladung inkl. Anfrage nach weiteren Informationen.

Freundliche Grüße

Annette Affhüppe
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS)

Pressekontakt für Rückfragen:
Annette Affhüppe
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Hausvogteiplatz 12
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30-514 88 3333
Fax: +49 (0)30-514 88 344
Mobil: +49 (0)1523-4373296
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Pressemitteilungen 2014

30. Juni 2014 - Brustkrebskongress erfolgreich beendet: Senologen sehen Fortschritte auf hohem Niveau

30. Juni 2014 - Brustkrebskongress erfolgreich beendet: Senologen sehen Fortschritte auf hohem Niveau

Berlin, Juni 2014 – Brustkrebs wird in Deutschland immer frühzeitiger diagnostiziert, die Therapie hat sich in den letzten Jahren weiter verfeinert und die Überlebenschancen liegen im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Die von über 2.500 Experten besuchte Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, die im Juni in Berlin stattfand, ist als interdisziplinäres Forum etabliert. In über 450 Vorträgen diskutierte man die neuesten Erkenntnisse des Fachgebietes. Großen Raum nahm dabei auch die aktuelle Debatte um das Mammographie-Screening-Programm (MSP) ein, die mit vielen Fakten kenntnisreich geführt wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zieht am Ende ihres Jahreskongresses in Berlin eine positive Bilanz für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Brust und rechnet in den nächsten Jahren mit weiteren Verbesserungen.

Die aktuelle Debatte über das Mammographie-Screening-Programm (MSP) in Deutschland und weltweit fand nicht nur im wissenschaftlichen Programm, sondern auch in vielen Gesprächen am Rande der Tagung statt. „In Deutschland gibt es 94 Referenzzentren für das Mammographie-Screening, ein Zentrum ist nun in der Kritik – dies darf aber nicht zu einer Welle führen, die das ganze Programm infrage stellt“, plädiert Professor Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie und Radiologe am Universitätsklinikum Erlangen, für eine Versachlichung der Debatte. Das oft zitierte Votum des „Swiss Medical Board“ ist als Expertenmeinung mit „niedrigem“ Evidenzlevel einzuschätzen im Gegensatz zu Metaanalysen und systematischen Reviews, die sich auf eine große Datenbasis beziehen (z.B. unabhängiges UK-Panel 2012, Nickson et al. 2012, EUROSCREEN 2012, Health Council of the Netherlands). Die Daten von EUROSCREEN belegen eine Mortalitätsreduktion bei Screening-Teilnehmerinnen (gegenüber Nicht-Teilnehmerinnen) von ca. 43% (8 gerettete Leben pro 1.000 Teilnehmerinnen) und eine Rate von ca. 6,5% Überdiagnosen. „Ich kann Frauen daher nur raten, weiterhin Früherkennung durchführen zu lassen und zwar in einem qualitätsgesichertem System wie dem Mammographie-Screening-Programm.“, fasst Professor Dr. med. Sylvia Heywang-Köbrunner, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie München die Studienlage zusammen.

Qualitätssicherung ist das Stichwort mit dem das strukturierte MSP eingeführt wurde, in der Therapie des Mammakarzinoms ist die Qualitätssicherung mit dem Aufbau der zertifizierten Brustzentren (nach DKG/DGS) gelungen. Die interdisziplinär arbeitenden Brustzentren folgen durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) festgelegten Qualitätsindikatoren und haben so einen Goldstandard für die Behandlung von Brustkrebspatientinnen gesetzt: Über 92% der Patientinnen lassen sich mittlerweile in zertifizierten Brustzentren behandeln, die auf über 80% gestiegene Heilungsquote beim primären Mammakarzinom zeigt den deutlichen Erfolg dieser vor 10 Jahren entwickelten Maßnahme. „Die zertifizierten Brustzentren haben nicht nur die Prognosen für die Brustkrebspatientinnen verbessert, sondern dienen auch als Blaupause für alle Organkrebszentren, die gemäß dem Nationalen Krebsplan in die Versorgung eingeführt werden“, führt Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen, das Thema aus.

Nebenwirkungen invasiver Therapien oder gar unnötige Therapien zu vermeiden, ist das Ziel der personalisierten Therapien in der Brustkrebsbehandlung. Neben lokalen therapeutischen Maßnahmen (Operation, Bestrahlung) kommen bei der Behandlung von Brustkrebs systemische, also medikamentöse Therapien zum Einsatz (endokrine Therapie, HER2-zielgerichtete Therapie und Chemotherapie). Dabei schätzen prognostische Biomarker den Krankheitsverlauf ein und beantworten die Frage, wer eine systemische Behandlung benötigt. Prädiktive Faktoren hingegen dienen zur Abschätzung der Effektivität einer spezifischen Therapie und sagen uns, welche Therapie die richtige ist. Allen Biomarkern ist zudem gemeinsam, dass sie im Kontext der jeweiligen Krankheitssituation interpretiert werden müssen. „Wir dürfen uns nicht vom Marktdruck zu Entscheidungen drängen lassen. Erste Ergebnisse aus großen prospektiven Studien (MINDACT, ADAOT; TailorX, PlanB), wie sicher die Entscheidung für die jeweilige Patientin ist, keine systemische Therapie zu benötigen, erwarten wir für 2015. Bis dahin sollten wir die Tests nicht generalisiert anwenden, sondern nur in einer individuellen Studien- oder Beratungssituation empfehlen“, betont Professor Dr. med. Sara Y. Brucker, Ärztliche Direktorin am Forschungsinstitut für Frauengesundheit der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und Herausgeberin der Zeitschrift Senologie.

Tumor ist nicht gleich Tumor – diese Erkenntnis der letzten Jahre, die unterschiedliche Therapien ermöglicht, verdankt sich auch der Unterscheidung von Subtypen des Mammakarzinoms durch den Pathologen. Durch neue molekulargenetische Methoden ist es seit einigen Jahren möglich, die Expression aller Gene im Tumorgewebe zu bestimmen. Mit der Methode der sogenannten Hochdurchsatz-Sequenzanalyse können zusätzlich alle Mutationen im Tumorgewebe bestimmt werden. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten der genetischen Analyse beim Mammakarzinom. „Statt der vier Tumortypen, die bisher unterschieden wurden, gehen wir nun von acht bis zehn unterschiedlichen molekularen Brustkrebstypen aus“, präzisiert Professor Arndt Hartmann, Kongresspräsident 2014 der DGS und Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen. „Diese Brustkrebstypen zuverlässig diagnostisch einzuordnen, ist unsere Herausforderung in den kommenden Jahren. Wir wollen die Tumoren an ihrer genetischen Achillesverse packen, wie wir das bei HER2 positiven Tumoren bereits können.“, so Hartmann. Allerdings wird die Arbeit der Pathologen seit 2012 durch die Bedarfsplanung erschwert – die Niederlassung ist nahezu unmöglich geworden und auf die niedrigste Zahl von Pathologen pro Einwohner (1:60.000!) in Europa eingefroren.

Von einer Zukunftsvision für die Strahlentherapie berichtete Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabilic, Schriftführerin der Deutschen Gesellschaft für Senologie und Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen/Marburg: „Die Partikelstrahlentherapie  mit Protonen und Kohlenstoffionen ist eine neue Form der perkutanen (=durch die Haut gehenden) Strahlentherapie. Beide Partikel ermöglichen aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften eine besonders präzise räumliche Dosisverteilung. Dadurch kann die Bestrahlungsdosis in gesunden Organen reduziert werden – auch wenn sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tumor befinden.“ Durch diese besonderen physikalischen und biologischen Eigenschaften der Partikel erhoffen sich die Radioonkologen eine Verringerung der therapiebedingten Nebenwirkungen und eine noch bessere Chance der Tumorheilung als bisher bereits möglich. Allerdings ist noch kein Zugang für die allgemeine Versorgung möglich: „Die Partikelstrahlentherapie ist bislang keine vollständig evaluierte und keine evidenzbasierte Standardtherapie. Die Partikelstrahlentherapie kann – mit wenigen Ausnahmen – daher im Moment nur innerhalb klinischer Studien erfolgen und wird erst an wenigen universitären Zentren durchgeführt.“, so Engenhart-Cabilic.

„Die Erfolge in der der Therapie der HER2 positiven Mammakarzinome durch zielgerichtete Therapie mit Trastuzumab werden mittlerweile durch drei weitere Substanzen ergänzt, die zum Beispiel bei Resistenz noch wirksam sind bzw. in Kombination mit Trastuzumab die Ergebnisse verbessern.“, benennt Professor Hans Tesch, Co-Kongresspräsident 2014 und Arzt in der Hämatologisch-Onkologischen Gemeinschaftspraxis am Bethanien-Krankenhaus Frankfurt a.M. weitere Fortschritte in der systemischen Therapie. Die Substanzen sind der Tyrosinkinase Inhibitor Lapatinib, der den HER2 Rezeptor an der Kinasedomäne in der Zelle hemmt; der Antikörper Pertuzumab, der ähnlich wie Trastuzumab den HER2 Rezeptor bindet, jedoch an einer anderen Bindungsstelle angreift sowie TDM1, ein Konjugat aus dem Trastuzumab-Antikörper, an den chemisch ein Zytostatikum gekoppelt ist. Dadurch ist das Konjugat deutlich wirksamer als der Antikörper allein und bringt das Zytostatikum zielgerichtet in die Tumorzelle hinein. Diese drei Substanzen stehen beispielhaft für eine neue Generation zielgerichteter Therapiestrategien, die in großen klinischen Studien weiterentwickelt wurden und schrittweise die Therapieergebnisse verbessert haben. In den nächsten Jahren werden weitere Substanzen folgen. „Noch stehen sie nicht allen Patientinnen offen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg – von der Biologie der Tumorzelle bis in die Klinik, um den Kampf gegen den Krebs zu gewinnen.“ fasst  der Onkologe Tesch zusammen.

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Pressekontakt für Rückfragen:

Annette Affhüppe
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Hausvogteiplatz 12
10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 514 88 33 33
Fax:+49 (0) 30 514 88 344
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Internet: www.senologie.org

19. Juni 2014 - Pressetexte zur Kongress-Pressekonferenz

19. Juni 2014 - Pressetexte zur Kongress-Pressekonferenz

Tumor ist nicht gleich Tumor – wie sich die molekulare Subtypisierung beim Mamma-karzinom nutzen lässt

Professor Dr. med. Arndt Hartmann, Tagungspräsident 2014 der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen

Über viele Jahre wurden alle Patienten mit der Diagnose Brustkrebs gleich behandelt. Durch die Aufdeckung der genetischen Veränderungen des Mammakarzinoms in den letzten 10 bis 15 Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass die einzelnen Patientinnen unterschiedliche Tumoren mit verschiedenen genetischen Veränderungen, unterschiedlicher Prognose und unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten haben. Gerade der Pathologe spielt bei der Unterscheidung dieser Subtypen des Mammakarzinoms eine zentrale Rolle, da er in der Biopsie die Diagnose am Gewebe stellt und durch Beurteilung der Morphologie des Tumors, immun-histochemische Färbemethoden und molekularpathologischen Untersuchungen spezifische Veränderungen des jeweiligen Tumors nachweisen kann.  Bereits seit über 20 Jahren wird z.B. die Expression der Hormonrezeptoren bestimmt, und entsprechend des jeweiligen Ergebnisses eine antihormonelle Therapie durchgeführt. Auch die Bestimmung einer Genamplifikation des HER2-Onkogens als Voraussetzung für eine Therapie mit gegen HER2 gerichtete Antikörper (z.B. Trastuzumab) ist bereits seit 10 Jahren klinische Praxis.
Durch neue molekulargenetische Methoden ist es seit einigen Jahren jedoch möglich, die Expression aller Gene im Tumorgewebe zu bestimmen. Mit der Methode der sogenannten Hochdurchsatz-Sequenzanalyse können zusätzlich alle Mutationen im Tumorgewebe bestimmt werden. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten der genetischen Analyse beim Mammakarzinom.

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10 Jahre Zertifizierte Brustzentren (DKG/DGS) – die deutsche Erfolgsgeschichte

Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener,  Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Se-nologie (DGS), Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen

Das Mammakarzinom ist die häufigste maligne Tumorerkrankung der Frau. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkranken in der Bundesrepublik im Jahre 2012 etwa 74.500 Frauen neu an Brustkrebs, weltweit werden 1,4 Millionen Fälle diagnostiziert, 450.000 davon verlaufen tödlich. Es erkrankt somit durchschnittlich jede 8. Frau im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs. Um die Qualität von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen bei der Diagnostik und Behandlung des Mammakarzinoms zu sichern, hat die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) in Partnerschaft mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) vor zehn Jahren ein System zur Zertifizierung von Brustzentren entwickelt und implementiert.
Die ersten Kliniken wurden nach diesem Schema im Jahr 2003 zertifiziert. Im Jahr 2014 sind es bundesweit 274 nach DKG/DGS zertifizierte Zentren, und sogar das Internet-Portal Wi-kipedia hat den zertizifierten Brustzentren eine ausführliche eigene Seite gewidmet – ein Zeichen dafür, dass zertifizierte Brustzentren heute, nach erstaunlich kurzer Einführungszeit, aus der Versorgungswirklichkeit in Deutschland nicht mehr wegzudenken sind. Heute lässt sich der Großteil aller Patientinnen (2011 86,2%, 2014 über 90%) mit einem primären Mammakarzinom in einem zertifizierten Brustzentrum therapieren, das eine Versorgung nach definierten Qualitätskriterien und orientiert an den aktuellsten Leitlinien gewährleistet.

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Genanalysen – bieten sie Möglichkeiten für eine personalisierte Therapie?

Professor Sara Y. Brucker, Schriftleiterin Zeitschrift Senologie, Ärztliche Direktorin am Forschungsinstitut für Frauengesundheit der Universitäts-Frauenklinik Tübingen   

Neben lokalen therapeutischen Maßnahmen (Operation, Bestrahlung) kommen bei der Be-handlung von Brustkrebs systemische, also medikamentöse Therapien zum Einsatz (endokrine Therapie, HER2-zielgerichtete Therapie und Chemotherapie). Jede Therapie hat spezifische Nebenwirkungen. Zugleich ist der absolute Nutzen einer Therapie vom individuellen Rezidiv-Risiko einer Patientin abhängig. Mit anderen Worten: Patientinnen mit hohem Risiko werden eher dazu bereit sein, die Nebenwirkungen einer systemischen Behandlung in Kauf zu nehmen als Patientinnen mit geringem Risiko.

Vor diesem Hintergrund schätzen prognostische Biomarker den Krankheitsverlauf ein und beantworten die Frage, wer eine systemische Behandlung benötigt. Prädiktive Faktoren hingegen dienen zur Abschätzung der Effektivität einer spezifischen Therapie und sagen uns, welche Therapie die richtige ist. Allen Biomarkern ist zudem gemeinsam, dass sie im Kontext der jeweiligen Krankheitssituation interpretiert werden müssen. Klassische prognostische Faktoren sind beispielsweise Tumorgröße und Lymphknotenbefall.

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Ist das Screening heute noch sinnvoll? Wie steht es um das deutsche Mammographie-Screening-Programm (MSP)?

Prof. Dr. Sylvia H. Heywang-Köbrunner, Leiterin Referenzzentrum Mammographie München

Ist das Screening heute noch sinnvoll? In zunehmendem Maße wird das Mammographie-Screening mit folgenden Argumenten kritisiert: „keine/unzureichende Mortalitätsreduktion“, unverhältnismäßig „hoher Schaden durch “Überdiagnosen“ oder „Abklärungen“ oder „die Mortalitätsreduktion sei ausschließlich auf Chemotherapie zurückzuführen“. Unter Berücksichtigung aller und insbesondere auch neuester Publikationen ist die internationale Datenlage nicht korrekt wiedergegeben. Die ältesten Daten beziehen sich auf 8 randomisierte Studien, die vor über 30 Jahren (auf der Datenlage einer unvergleichbar schlechteren Mammographie-Technik) durchgeführt wurden. Einer der Screening-Kritiker, Goetzsche schließt für seine Nutzen-Schaden-Bewertung des Mammographie-Screenings 6 von 8 dieser Studien aus und zitiert ausschließlich die sog. „Canada“-Studie sowie eine späte randomisierte Studie aus Malmö als „qualitativ gut“. Dieses Vorgehen sowie die dafür zugrunde liegenden Argumente sind in der Fachwelt höchst umstritten. Das neutrale „UK-Panel“ beispielsweise hat dem klar widersprochen.  Inzwischen liegen (neben den jährlichen Cochrane-Reports von Goetzsche und der mit niedrigem Evidenzlevel einzustufenden Expertenmeinung des „Swiss Medical Board ) mehrere Metaanalysen und systematische Reviews zu den alten randomisierten Studien vor (z.B. unabhängiges UK-Panel 2012, Nickson et al. 2012, EUROSCREEN 2012, Health Council of the Netherlands, WHO Position Paper 2014/ in Druck). Alle Untersuchungen bestätigen, dass entsprechend den alten Daten die Mortalität durch qualitätsgesichertes Mammographie-Screening um ca. 20% gesenkt wird - und zwar im Vergleich der Gruppe eingeladener Frauen versus nicht-eingeladener Frauen. Da nur ca. 70% der eingeladenen Frauen teilnahmen, leitet sich für die tatsächlich teilnehmende Frau eine Mortalitätssenkung um ca. 30% ab.

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Partikelstrahlentherapie – die Zukunft in der Radioonkologie?

Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabilic, Schriftführerin der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gie-ßen/Marburg

Die Partikelstrahlentherapie mit Protonen und Kohlenstoffionen ist eine neue Form der perkutanen (=durch die Haut gehenden) Strahlentherapie.  Beide Partikel ermöglichen aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften eine gegenüber der Strahlentherapie mit Photonen veränderte und besonders präzise räumliche Dosisverteilung. Dadurch kann die Bestrahlungsdosis in gesunden Organen reduziert werden – auch wenn sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tumor befinden.
Die Strahlentherapie mit Kohlenstoffionen unterscheidet sich von Photonen zusätzlich durch ihre erhöhte relative biologische Wirksamkeit, d.h. dass ihre zellabtötende Wirkung im Gewebe stärker ist als bei Protonen und Photonen. Es wird dabei ein differentieller Effekt im Tumor (erhöhter Effekt) und im gesunden Gewebe (gegenüber dem Tumor niedrigerer Effekt) angenommen.
Durch diese besonderen physikalischen und biologischen Eigenschaften der Partikel erhoffen sich die Radioonkologen eine Verringerung der therapiebedingten Nebenwirkungen und eine noch bessere Chance der Tumorheilung als bisher bereits möglich.

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Zielgerichtete Therapien – schon für jede Patientin möglich?

Professor Dr. med. Hans Tesch, Co-Kongresspräsident 2014 der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Hämatologisch-Onkologische Gemeinschaftspraxis am Bethanien-Krankenhaus, Frankfurt a.M.

Bei der zielgerichteten Therapie werden Medikamente benutzt, die definierte Strukturen in der Tumorzelle angreifen. Im idealen Fall ist diese Therapie tumorspezifisch und greift nicht die gesunden Zellen an – im Gegensatz zur Chemotherapie. Die ideale zielgerichtete Therapie ohne Nebenwirkungen gibt es leider noch nicht. Allerdings konnten durch das verbesserte Verständnis der Tumorbiologie in den letzten Jahren wichtige Moleküle und Signalwege in den Tumorzellen identifiziert werden, die für die Entstehung, das Wachstum und die Metas-tasierung der Zellen verantwortlich sind. Durch die Kenntnis dieser Signalwege konnten dann neue Medikamente, zum Beispiel Antikörper bzw. Enzyminhibitoren entwickelt werden, die gezielt Tumorzellen hemmen.
Beim Mammakarzinom unterscheiden wir anhand der Rezeptoren drei biologische Subgruppen: 1) Hormonrezeptor-positive Mammakarzinome (65 %), 2) Her2 positive Mamma-karzinome (ca. 20 %) und 3) die sogenannten „ triple negativen“ Mammakarzinome (15 %). Für die triple negative Gruppe wurde bisher kein spezifischer Rezeptor oder Signalweg gefunden; daher wird in dieser Gruppe weiterhin die alleinige Chemotherapie durchgeführt. Die Hormonrezeptor-positive Gruppe wird mit der ältesten (seit 1977!) zielgerichteten Therapie sehr erfolgreich behandelt, nämlich der antihormonellen Therapie, zum Beispiel mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern. Diese führen zur Blockade der Hormonrezeptoren oder hemmen die Hormonproduktion.

Vollständiger Bericht als Download (PDF)

 

Pressekontakt für Rückfragen

Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
Annette Affhüppe
Hausvogteiplatz 12
10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 514 88 33 33
Fax:+49 (0) 30 514 88 344
E-Mail: presse(at)senologie.org
Internet: www.senologie.org

19. Juni 2014 - Einladung zur Kongress-Pressekonferenz

19. Juni 2014 - Einladung zur Kongress-Pressekonferenz

Sehr geehrte Medienvertreter,

zur Pressekonferenz im Rahmen der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) am 19. Juni 2014 in Berlin möchten wir Sie herzlich einladen. Der Senologiekongress findet vom 19. bis 21. Juni 2014 im City Cube in Berlin statt. Eine Übersicht der geplanten Themen und Referenten der Pressekonferenz bietet Ihnen das unten stehende Programm. Falls Sie Ihre Teilnahme an der Jahrestagung der DGS noch nicht bestätigt haben, akkreditieren Sie sich bitte per E-Mail, Fax oder auf dem Postweg. Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne telefonisch unter Tel: 030-514 88 33 33 an uns.

Wir freuen uns auf interessante Kongresstage mit Ihnen in Berlin.

Freundliche Grüße
Ihre DGS-Pressestelle
Annette Affhüppe

Programm der Kongress-Pressekonferenz
anlässlich der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS)

Termin: Donnerstag, den 19. Juni 2014, 10.30 bis 11.30 Uhr
Ort: Saal M8, CityCube Berlin

Themen und Referenten
Tumor ist nicht gleich Tumor – Wie sich die Molekulare Subtypisierung beim Mammakarzinom nutzen lässt
Professor Dr. med. Arndt Hartmann, Kongresspräsident 2014
der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen

10 Jahre Zertifizierte Brustzentren – die deutsche Erfolgsgeschichte
Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen

Genanalysen – Welche Möglichkeiten bieten sie für eine zielgerichtete Therapie?
Professor Sara Y. Brucker, Schriftleiterin Zeitschrift Senologie, Ärztliche Direktorin am Forschungsinstitut für Frauengesundheit der Universitäts-Frauenklinik Tübingen

Irritationen im Mammographie-Screening in Deutschland – aktuelle Fälle und allgemeine Grundsätze
Prof. Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie und Oberarzt am Radiologischen Institut am Universitätsklinikum Erlangen und Professor Dr. med. Sylvia H. Heywang-Köbrunner, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie München (angefragt)

Schwerionen – die Zukunft in der Radiologie? (angefragt)
Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabilic, Schriftführerin der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen/Marburg

Zielgerichtete Therapien – schon für jede Patientin möglich?
Professor Dr. med. Hans Tesch, Co-Kongresspräsident 2014 der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Hämatologisch-Onkologische Gemeinschaftspraxis am Bethanien- Krankenhaus, Frankfurt a.M.

Antwortformular und Auszug der Einladung als Download (PDF)

 

Pressekontakt für Rückfragen

Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.
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Pressemitteilungen 2013

27. Juni 2013 - Pressetexte zur Kongress-Pressekonferenz

27. Juni 2013 - Pressetexte zur Kongress-Pressekonferenz

Mastektomie – Möglichkeiten der Wiederherstellung
Professor Dr. med. Axel-Mario Feller, Kongresspräsident 2013 der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Gemeinschaftspraxis für Ästhetisch-Plastische Chirurgie Prof. Feller und Prof. Heitmann München

Die Brustrekonstruktion ist heute ein integraler Bestandteil jeder modernen operativen Therapie bei Brusterkrankungen. Es gibt eine Vielzahl von Rekonstruktionsmethoden. Prinzipiell unterscheiden wir zwei Hauptverfahrensweisen: die Rekonstruktion mit Implantaten und die Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile und sind auch nicht bei jeder Patientin anwendbar. Mit einem Implantat wird ein Fremdkörper implantiert, der natürlich zu Fremdkörperreaktionen und entsprechenden Problemen führen kann. Andererseits ist es ein schnelles Verfahren im Vergleich zu Operationsverfahren ohne zusätzliche Narben an anderen Körperstellen.  Bei der Eigengeweberekonstruktion muss man zur Entnahme des eigenen Gewebes an einer anderen Körperstelle eine Narbe setzen. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist jedoch, dass die Brust mit körpereigenem Fettgewebe rekonstruiert wird und daraus ein wesentlich natürlicheres Formverhalten der Brust resultiert und auch die Fremdkörperreaktionen entfallen.
Welches Verfahren bei welcher Patientin zur Anwendung kommt, hängt nicht nur von onkologischen und anatomischen Voraussetzungen ab, sondern muss sehr individuell in einem Gespräch mit der jeweiligen Patientin erarbeitet werden. Um der Patientin auch die Möglichkeit zu geben, selbst mitzuentscheiden, sollte auf jeden Fall jeder Patientin die gesamte Palette der Rekonstruktionsmöglichkeiten vorgestellt werden, um dann mit ihr das für Sie geeignetste Rekonstruktionsverfahren festzulegen. Dies bedarf einer großen klinischen Erfahrung.

Download Bericht Prof. Feller als Download (PDF)

 

Operationsrisiken vermeiden durch Sentinel Node Biopsien
Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Tübingen und Dr. med. Gisela Helms, Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik Tübingen

Der Lymphknotenstatus ist einer der wesentlichen Prognosefaktoren beim Mammakarzinom. Ob und wie viele Achsellymphknoten Metastasen (Absiedlungen des Brustkrebs) haben, nimmt wesentlichen Einfluss auf die gesamte Behandlung der Brustkrebserkrankung.
Wie ausgedehnt soll in der Achselhöhle operiert werden? Welche medikamentöse Behandlung soll erfolgen? Ist eine Chemotherapie nötig? Sollen weitere Lymphknotenstationen bestrahlt werden? Zur Beantwortung aller dieser Fragen ist der Lymphknotenstatus ein ganz wesentlicher Parameter.
Bis etwa zur Jahrtausendwende wurden die Achsellymphknoten der betroffenen Seite weitestgehend entfernt. Funktionelle Beschwerden wie Schwellungen (Lymphödem) oder Gefühlsstörungen im Arm, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Schulterbereich der gleichen Seite bedeute(te)n so für die betroffenen Frauen die stärksten Langzeitprobleme und wesentlichsten Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, weit vor möglichen kosmetischen Beeinträchtigungen nach einer Brust-OP.

Bericht Prof. Wallwiener und Dr. Helms als Download (PDF)

 

Mammographiescreening 2013: Fortschritte und Grenzen
Professor Dr. med. Sylvia H. Heywang-Köbrunner, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie München

Trotz der durch viele Faktoren steigenden Zahl an Mammakarzinomen sinkt in den westlichen Ländern die Mortalität am Mammakarzinom. Unbestreitbar gilt weiterhin: Die Überlebenschancen und die Möglichkeit zu schonender Behandlung wachsen je früher Brustkrebs entdeckt wird. Erstmalig wurden Ende 2012 die wichtigen internationalen Daten durch eine vollständig unabhängige Expertenkommission (1) überprüft und evaluiert. Hierbei bestätigt sich:

Durch regelmäßige Screeningteilnahme ist eine signifikante Senkung der Sterblichkeit am Brustkrebs für die Screening-Teilnehmerin zu erwarten. In randomisierten Studien mit ca. 70% Teilnahme ergab sich eine Reduktion der Sterblichkeit von 20%. Dieses entspricht für tatsächliche Teilnehmerinnen einer Reduktion um ca. 30%. Diese Ergebnisse beruhen auf den sichersten verfügbaren Daten, denen der ca. 30 Jahre alten randomisierten Studien (1). Die von der britischen Regierung berufene unabhängige Expertenkommission weist darauf hin, dass technologische Fortschritte der Mammographie hierbei noch gar nicht berücksichtigt sind. Sie bestätigt auch, dass das Screening ein unabhängiger Faktor zur Senkung der Sterblichkeit ist. Die Fortschritte der Therapie wirken unabhängig hiervon auf die Sterblichkeitssenkung. Beides bleibt weiterhin unverzichtbar. Neueste Daten aus 18 Screeningländern besagen sogar, dass bei qualitätsgesicherten Programmen des europäischen Screenings eine 43%ige Mortalitätsreduktion erreicht wird.

Bericht Prof. Heywang-Köbrunner als Download (PDF)

 

Intraoperative Bestrahlung – welche Erfolge können wir vorweisen?
Professor Dr. med. Wilfried Budach, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Düsseldorf

Die intraoperative Radiotherapie (IORT) steht in einer zunehmenden Anzahl von Brustzentren zur Verfügung. Der Vorteil einer IORT gegenüber einer Bestrahlung von außen nach der Operation besteht darin, dass unmittelbar nach chirurgischer Entfernung des Tumors aus der Brustdrüse das Bestrahlungsareal intraoperativ definiert werden kann. Damit ist sichergestellt, dass das unmittelbar an den Tumor angrenzende Gebiet, welches die höchste Wahrscheinlichkeit verbliebener Tumorzellen ausweist, durch die intraoperative Strahlentherapie sicher erfasst werden kann. Technisch stehen für diese Bestrahlungsart zwei Verfahren zur Verfügung: die Bestrahlung mit schnellen Elektronen mittels eines im OP installierten Elektronenbeschleunigers oder die Bestrahlung mit 50 kV Röntgenstrahlung mit einer im OP installierten Bestrahlungsvorrichtung. Der Einsatz kann sowohl als Dosisaufsättigung (Boost) vor geplanter Bestrahlung der gesamten Brust oder auch als alleinige lokale Strahlentherapie erfolgen. Während der Einsatz der IORT als Boosttherapie bereits als etabliert gelten kann und zu sehr niedrigen Rückfallraten in der Brust führt, ist der Einsatz der IORT als alleinige Strahlentherapie ohne nachfolgende Ganzbrustbestrahlung noch umstritten. Der alleinige Einsatz der IORT ist für die Patienten insoweit besonders interessant, da eine mehrwöchige Strahlentherapieserie, die sonst postoperativ notwendig wäre, unter Umständen entfallen kann und den Patientinnen die damit verbundenen Belastungen erspart bleiben. Die aktualisierten Ergebnisse von zwei randomisierten Studien zu dieser Fragestellung auf wurden auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium im Dezember 2012 und auf dem 2nd ESTRO Forum in Genf im April 2013 vorgestellt.

Bericht Prof. Budach als Download (PDF)

 

Die Bedeutung zirkulierender Tumorzellen im Blut bei Patientinnen mit Brustkrebs: Verändert der CTC-Test Prognosen und Therapien?
Professor Dr. med. Andreas Schneeweiss, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Universitätsklinikum, Heidelberg

Bei Patientinnen mit Brustkrebs streuen Tumorzellen frühzeitig über das Blut und bilden Metastasen. Das  von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zugelassene CellSearch™ System erlaubt den standardisierten und automatisierten, immunzytochemischen Nachweis dieser zirkulierenden Tumorzellen im Blut (circulating tumor cells, CTC) bei Patientinnen mit Brustkrebs (Riethdorf 2007). Dieser Nachweis von CTC erlangt eine zunehmende Bedeutung sowohl zur Abschätzung der Prognose bei der Erstdiagnose von Brustkrebs und in der metastasierten Situation als auch zum Therapiemonitoring und bei der Suche nach neuen Therapien.
Obwohl in ersten Untersuchungen der Nachweis von CTC bei Patientinnen mit Erstdiagnose eines Brustkrebses mit einem schlechteren Überleben einherging (Rack 2010), gibt es bisher keine Bestätigung dieser Untersuchungsergebnisse, so dass aus dem Nachweis von CTC bei Ersterkrankung derzeit keine therapeutischen Konsequenzen gezogen werden können. Diese Frage wird aber gegenwärtig in der SUCCESS-C Studie (Studienleiter: Prof. Wolfgang Janni, Ulm) und in der 2013 startenden TREAT CTC-Studie (Studienleiterin: Frau PD Dr. Brigitte Rack, München) untersucht.

Bericht Prof. Schneeweis als Download (PDF)

 

Erblicher Brustkrebs: Welche Risiken bestehen bei BRCA Genmutationen und was kann Frau tun
Professor Dr. med. Marion Kiechle, Co-Kongresspräsidentin 2013 der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktorin der Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Hintergrund: Frauen mit einer erblichen Veranlagung (Keimbahnmutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2) haben ein hohes Risiko in ihrem Leben an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken (80% bzw. 60%). Trotz vorliegender erblicher Veranlagung erkranken nicht alle Frauen an Krebs. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es Faktoren geben muss, die das Krebserkrankungsrisiko beeinflussen können. Erste Beobachtungen haben ergeben, dass Frauen mit erblicher Veranlagung weniger häufig an Krebs erkranken, wenn sie in der Jugend körperlich aktiv waren.

Brustkrebs und körperliche Aktivität: Beim nicht erblichen Brustkrebs Mammakarzinom wird das Krebserkrankungsrisiko und auch der Krankheitsverlauf entscheidend von der körperlichen Aktivität, der Ernährung und auch dem Körpergewicht beeinflusst. In einer Vielzahl von prospektiven Studien konnte demonstriert werden, dass regelmäßige körperliche Aktivität die Brustkrebsinzidenz signifikant senken kann, wobei das Risiko sich im Durchschnitt um 25% verringert. Auch sind das Rückfallrisiko und die Mortalität bei an Brustkrebs erkrankten Frauen um 50% gesenkt, wenn sie regelmäßig Sport betreiben. Weitere Vorteile sind ein Gewinn an Lebensqualität, eine Steigerung der Fitness und eine bessere Verträglichkeit der Chemotherapie.

Bericht Prof. Kiechle als Download (PDF)

 

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27. Juni 2013 - Einladung zur Kongress-Pressekonferenz

27. Juni 2013 - Einladung zur Kongress-Pressekonferenz

Programm der Kongress-Pressekonferenz

anlässlich der 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) Termin: Donnerstag, den 27. Juni 2013, 10.30 bis 11.30 Uhr
Ort: Saal 22a, ICM Internationales Congress Center München

Themen und Referenten

Bilaterale Mastektomie – Möglichkeiten der Wiederherstellung
Professor Dr. med. Axel-Mario-Feller, Kongresspräsident 2013  der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Gemeinschaftspraxis für Ästhetisch-Plastische Chirurgie Prof. Feller und Prof. Heitmann München

Erblicher Brustkrebs: Welche Risiken bestehen bei BRCA Genmutationen und was kann Frau tun?
Professor Dr. med. Marion Kiechle, Co-Kongresspräsidentin 2013  der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktorin der Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Operationsrisiken vermeiden durch Sentinel Node Biopsien
Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener,  Vizepräsident der   Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und Dr. med. Gisela Helms, Oberärztin an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen

Mammographie-Screening in Deutschland – aktueller Stand nach 8 Jahren Professor Dr. med. Sylvia H. Heywang-Köbrunner, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie München

Intraoperative Bestrahlung – welche Erfolge können wir vorweisen? (angefragt)
Professor Dr. med. Wilfried Budach, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf

Zirkulierende Tumorzellen – wird Brustkrebs künftig durch einen Bluttest frühzeitig erkannt werden? (angefragt)
Professor Dr. med. Andreas Schneeweiss, Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsklinikum, Heidelberg

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Einladung zur 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie

Einladung zur 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie

Termin: 27. bis 29. Juni 2013
Ort: ICM-Internationales Congress Center München

Sehr geehrte Journalisten,

mit jährlich fast 74.500 Neuerkrankungen an Brustkrebs ist das Mammakarzinom die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. Über die Lebenszeit betrachtet erkrankt jede achte Frau in Deutschland daran. Rund 17.000 Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen der Erkrankung, sodass die Verlängerung der Lebensdauer, Steigerung der Lebensqualität und Früherkennung wichtige Themen für die medizinische Forschung und Versorgung sind.

Der Anteil der geheilten Patientinnen ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen, neben dem Einsatz der neo- als auch adjuvanten Therapie gilt als ein Grund das Mammografie-Screening, das zwischen 2004 und 2009 bundesweit eingeführt wurde. Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes (RKI) können durch das Mammografie-Screening-Programm in Deutschland rund 2.000 Frauen jährlich mehr den Brustkrebs überleben. Weitere wichtige Themen des Kongresses sind die 1-Jahres-Bilanz der S3-Leitlinie Mammakarzinom und die Ergebnisse der Translationalen Forschung.

Als Medienvertreter laden wir Sie herzlich ein, den Kongress persönlich zu besuchen, für Ihre Recherchen zu nutzen und darüber zu berichten. Zur Kongress-Pressekonferenz laden wir Sie noch gesondert ein. Falls Sie Ihre Teilnahme noch nicht bestätigt haben, können Sie sich auf dem unten stehenden Formular akkreditieren. Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gerne unter 030-514 88 3333 oder presse(at)senologie.org an uns wenden.

Wir freuen uns auf ein Treffen in München!

Freundliche Grüße

Annette Affhüppe
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS)

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Pressemitteilungen 2012

12.01.2012 - Skandal um Brustimplantate: Viele Frauen haben Angst Von Christiane Löll, dpa

Skandal um Brustimplantate: Viele Frauen haben Angst Von Christiane Löll, dpa

Der Skandal um minderwertige Silikonkissen verunsichert viele Frauen - auch Krebspatientinnen. Dabei sind Brustimplantate an sich "kein Teufelsding", wie Experten betonen.

Berlin (dpa) - Seit dem offiziellen Rat an Frauen, sich Silikonkissen der Firmen PIP und Rofil lieber entfernen zu lassen, stehen die Telefone bei den Fachgesellschaften nicht still. "Wir haben nun zahlreiche Anrufe von Frauen, teilweise in Panik, die Implantate anderer Hersteller tragen und sehr besorgt sind", sagt Prof. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) mit Sitz in Berlin.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM,Bonn) hatte kürzlich empfohlen, die PIP-Silikonkissen herausoperieren zu lassen. Auch ohne Risse könne gesundheitsgefährdendes Silikon austreten. Die Experten sprechen dabei von "Ausschwitzen". Ein Zusammenhang zwischen den Implantaten und Krebs wird befürchtet, bewiesen ist er aber nicht. Fachgesellschaften raten zu einer "Entfernung ohne Eile".

In den PIP-Implantaten war teilweise minderwertiges Industriesilikon anstelle von medizinischem Silikon verwendet worden. Ihr Einsatz war bereits im April 2010 europaweit untersagt worden. Die niederländische Firma Rofil hat dem Bundesinstitut zufolge solche Implantate bei PIP eingekauft und unter eigenem Namen vertrieben.

Silikon-Brustimplantate werden zur Vergrößerung von Brüsten aus ästhetischen Gründen verwendet - aber nicht nur. Wallwiener mahnt zur Besonnenheit. "Per se sind Brustimplantate ja kein Teufelsding. Frauen nach einer Brustkrebserkrankung oder mit gutartigen Fehlbildungen der Brust können dadurch ein ganzes Stück Lebensqualität wiedererlangen", sagt der Ärztliche Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen.

"Dazu muss man wissen, dass früher alle Brustimplantate aus Silikon unter Umständen nach 10 bis 15 Jahren gewechselt werden mussten. Darüber werden die Frauen vor der Operation aufgeklärt." Inzwischen habe sich die Qualität des Materials jedoch verbessert. "In vereinzelten Fällen kann es sein, dass nachoperiert werden muss, weil sich die Brust verformt, entzündet oder schmerzhaft ist oder sich eine Bindegewebskapsel um das Implantat bildet."

Solch eine Kapselfibrose könne sich über viele Jahre entwickeln, Symptome seien Verformungen und Schmerzen. "Die Ursache ist, dass der Körper der Frau die Prothese als Fremdkörper ablehnt und darauf reagiert." Risse in den Silikonkissen kämen bei den nun gängigen Produkten nur zu wenigen Prozenten vor. Zu den weiteren Herstellern von Brustprothesen gehören unter anderem die Firmen Allergan und Mentor aus den USA, sowie das deutsche Unternehmen Polytech Health & Aesthetics GmbH aus dem hessischen Dieburg.

Die Implantate sind demnach entweder rund oder tropfenförmig("anatomisch geformt"), das Silikongel wird von einer festen Silikonhülle umgeben. Diese sei bei tropfenförmigen Implantaten angeraut, um eine bessere Haftfähigkeit zu gewährleisten.

Der Ratschlag der Fachgesellschaften lautet, von einem Arzt untersuchen zu lassen, ob Implantate möglicherweise gerissen sind und sich Silikon in der Brust verteilt hat. "Hinweise beim Abtasten sind Knoten, Verformungen, Rötungen oder Schwellungen. Mit Ultraschall oder der teureren Kernspintomographie kann man untersuchen, ob Flüssigkeit aus den Implantaten ausgetreten ist", sagt Prof. Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC). Doch könnten die Ärzte nicht 100-prozentig feststellen, ob dies der Fall sei.

Auch die Fachgesellschaften lassen sich nun von Werkstoffexperten beraten, was die Eigenschaften des Industriesilikons angeht, das unerlaubterweise verwendet wurde. Unklar sei, ob und wie toxisch es für den Körper ist. Vogt ruft dazu auf, bei Implantatswechseln das umliegende Brustgewebe der Frauen im Labor untersuchen zu lassen, um Erkenntnisse über mögliche Schäden zu gewinnen.

Welche Möglichkeiten aber haben Frauen, die nun ganz auf Silikon in ihren Brüsten verzichten wollen? "Es gibt Implantate mit Kochsalzlösung, die haben aber auch eine Silikonhülle und wirken nicht so natürlich. Viele Frauen wollen diese nicht", sagt Vogt von der Medizinischen Hochschule Hannover. Bei Sojaöl-Prothesen war bereits vor Jahren die Entfernung empfohlen worden, weil eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte. Weitere Verfahren wie eine Brustvergrößerung durch Unterdruck, Fettinjektionen oder das Spritzen von Füllmaterialien wie Hyaluronsäure würden derzeit noch nicht von der DGPRÄC empfohlen, weil keine Langzeitergebnisse vorlägen.

Nach Brustkrebsoperationen bestehe auch die Möglichkeit, die Brust durch körpereigenes Gewebe der Patientin wieder aufzubauen, sagt Wallwiener. "Dabei werden Haut-Muskel-Gewebe-Lappen von anderen Körperregionen entnommen, beispielsweise dem Rücken oder dem Bauch. Diese Operationen sind aber aufwendig und kommen eher nicht infrage, wenn eine Frau sich aus kosmetischen Gründen die Brust vergrößern lassen möchte." Weil es kein zentrales Register gibt, ist die Gesamtzahl der jährlich eingesetzten Brustimplantate unklar. Weltweit sollen zwischen 400 000 und 500 000 Frauen Implantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse erhalten haben. Ende.

Stand: Januar 2012

Mit freundlicher Genehmigung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Hamburg, www.dpa.de.

01.03.2012 - EU-Statistik zur Brustkrebs-Todesrate: Deutschland ist kein Schlusslicht - Pressestelle DGS

EU-Statistik zur Brustkrebs-Todesrate: Deutschland ist kein Schlusslicht

Berlin, 1. März 2012 – Deutschland hat nicht die höchste Brustkrebs-Todesrate in Europa, wie eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Annals of Oncology“ vermuten lässt. Die dort vorgestellte Hochrechnung basiert auf statistischem Zahlenmaterial aus unterschiedlichen Jahren und von unterschiedlichster Qualität. Davon basieren nur die Daten zweier Länder, Deutschland und Großbritannien, auf Krebsregister-Daten, also großen Kollektiven. Die anderen stammen aus kleinen Kollektiven. Eine realistische Hochrechnung ist auf Basis solch unterschiedlicher Daten nicht möglich. Überdies berücksichtigt die Veröffentlichung nicht die ersten positiven Effekte durch das Mammografie-Screening und die Behandlung in Brustzentren.

Seit der Zertifizierung der Brustzentren in Deutschland wird ein Großteil der Betroffenen in diesen interdisziplinären Tumorzentren behandelt: 2008 waren es 77 Prozent aller Brustkrebs-Patientinnen, 2011 sogar mehr als 90 Prozent. Aktuelle Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften „The Breast“ und „Onkologie“ zeigen, dass die Behandlung in zertifizierten Brustzentren einen signifikanten positiven Einfluss auf das Gesamtüberleben hat. Eine Studie von Beckmann et al., die im Juni 2011 in „Onkologie“ veröffentlich wurde, untersuchte die Daten von 3.940 Patientinnen mit einem primären, nicht metastasierten Mammakarzinom des klinischen Krebsregisters Mittelfranken. Die Experten analysierten in ihrer Arbeit, ob anamnestische Faktoren, Tumorcharakteristika und Ergebnisqualität und mit der Versorgung in- und außerhalb zertifizierter Brustzentren korreliert. Ergebnis: Die Versorgung in einem zertifizierten Brustzentrum zeigt unabhängig von den klassischen Prognosefaktoren eine Verbesserung der Prognose von Mammakarzinom-Patientinnen. Dieses könne durch die qualitätsgesicherte Versorgung basierend auf dem Zertifizierungsprozess erklärt werden. Die Arbeit in der Fachzeitschrift „The Breast“ zeigt am Beispiel eines universitären zertifizierten Brustzentrums, dass fünf Jahre nach Erstdiagnose die durchschnittliche Überlebensrate sogar bei 89,8 Prozent lag. Die positiven Auswirkungen auf die Behandlungsqualität in zertifizierten Brustzentren werden auch durch weitere Studien in den Fachzeitschriften „BMC Cancer“ und „Strahlentherapie und Onkologie“ belegt.

 

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05.07.2012 - Einladung zur Kongress-Pressekonferenz

Einladung zur Kongress-Pressekonferenz anlässlich der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie

Termin: Donnerstag, den 5. Juli 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Saal C 7.3, ICS Internationales Congresscenter Stuttgart

Sehr geehrte Journalisten,

wie sieht die Zukunft der personalisierten Brustkrebstherapie aus? Welche neuen Therapieansätze gibt es beim genetisch bedingten Brustkrebs? Ist die Operation der Axilla noch zeitgemäß? Diesen Fragen gehen Experten im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz anlässlich der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie nach. Darüber hinaus diskutieren sie über Langzeiteffekte der Strahlentherapie und die Auswirkungen des Mammografie-Screenings auf die Früherkennung des Mammakarzinoms.

Zur Kongress-Pressekonferenz am Donnerstag, den 5. Juli 2012, von 11.00 bis 12.00 Uhr, laden wir Sie als Vertreter der Medien herzlich ein. Unabhängig davon haben Sie die Möglichkeit, sämtliche Vorträge des Kongresses zu besuchen. Beiliegend finden Sie eine Übersicht zu Themen und Referenten. Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme auf beigefügtem Antwortformular. Bei Fragen zu Gesprächspartnern oder Terminen erreichen Sie uns auch telefonisch unter 02234-7011-584 oder 0162-1001092.

Ich freue mich auf interessante Gespräche mit Ihnen in Stuttgart.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jakobi
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS)

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05.07.2012 - Kongress-Pressekonferenz

Kongress-Pressekonferenz anlässlich der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie

Termin: Donnerstag, den 5. Juli 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Saal C 7.3, ICS Internationales Congresscenter Stuttgart

Themen und Referenten

Highlights des Kongresses
Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und des Südwestdeutschen Tumorzentrums – Comprehensive Cancer Center Tübingen

Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation: Senkt sie Rezidivraten und erhöht Überlebensraten nachweislich?

Professor Dr. med. Wilfried Budach, Kongresspräsident 2012der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf

Mammographie-Screening in Deutschland:Welchen Stellenwert hat das Screening bei der Früherkennung?

Professor Dr. med. Walter Heindel, Co-Kongresspräsident 2012der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Klinikdirektor am Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster

Brusterhaltende Operation beim Mammakarzinom:Ist die Operation der Axilla noch zeitgemäß?

Professor Dr. med. Bernd Gerber, Co-Kongresspräsident 2012der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Direktor der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock

Zukunft der personalisierten Brustkrebstherapie: Wie können einzelne Subtypen zukünftig besser behandelt werden?

Professor Dr. med. Dr. Andreas Schneeweiss, Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsklinikum, Heidelberg

Das genetisch bedingte Mammakarzinom: Neue Risikogene, Therapieansätze und neueste Ergebnisse aus der Früherkennung

Professor Dr. med. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

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09.07.2012 - Brustkrebskongress erfolgreich beendet: Senologen sehen Fortschritte auf hohem Niveau - Pressestelle DGS

Brustkrebskongress erfolgreich beendet:Senologen sehen Fortschritte auf hohem Niveau

Stuttgart/Berlin, Juli 2012 – Brustkrebs wird in Deutschland immer frühzeitiger diagnostiziert, die Therapie hat sich in den letzten Jahren weiter verfeinert und die Überlebenschancen liegen im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. An der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, die vom 5. bis 7. Juli in Stuttgart stattfand, nahmen 2.600 Experten teil. Diese diskutierten in über 105 wissenschaftlichen Sitzungen über neueste Erkenntnisse ihres Fachgebietes. Die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zieht am Ende ihres Jahreskongresses in Stuttgart eine positive Bilanz und rechnet in den nächsten Jahren mit weiteren Verbesserungen.

Nach den neusten Zahlen des Robert Koch Instituts werden in Deutschland im Jahr 2012 ungefähr 74.500 Frauen neu an Brustkrebs erkranken. Rund 70 Prozent von ihnen werden den Krebs mithilfe ihrer Ärzte besiegen. Die Grundlage für diesen Erfolg sieht Professor Dr. med. Wilfried Budach, Kongresspräsident 2012, Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf in der fachgebietsübergreifenden Behandlung der betroffenen Frauen. „Mittlerweile werden 92 Prozent aller Frauen an einem Brustzentrum behandelt. Drei Viertel aller Frauen (2009: 73 Prozent) können heute bereits brusterhaltend operiert werden. Mithilfe einer präoperativen Markierung oder intraoperativen Visualisierung des Tumors per Ultraschall ist es heute möglich, den Tumor operativ mit dem notwendigen Sicherheitsabstand zu entfernen – insbesondere, wenn er klein oder schwer palpabel ist. Diese Vorgehensweise erleichtert das Aufsuchen des Tumors und verbessert damit zum einen die diagnostische Sicherheit, vermeidet aber auch die unnötige Entfernung von gesundem Gewebe“, erklärt Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und des Südwestdeutschen Tumorzentrums – Comprehensive Cancer Center Tübingen, zum Abschluss des Jahreskongresses der Fachgesellschaft.“ Wallwiener weiter: Das Risiko für eventuell erforderliche Zweiteingriffe, wenn keine Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand erreicht werden konnte, wird damit deutlich reduziert. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung aus onkologischer Sicht um die brusterhaltende Therapie (BET) einem ablativen Vorgehen, das heißt einer kompletten Entfernung der Brust gleichzusetzen.

Der Brustkrebs hat bei Diagnosestellung häufig schon Mikrometastasen gesetzt. Er ist damit eine generalisierte Erkrankung, die zusätzlich zur lokalen Behandlung, also Operation und  Bestrahlung, eine medikamentöse Therapie erfordert. Die postoperative Therapie mit antihormonell wirkenden Medikamenten, Chemotherapie und dem monkolonalen Antikörper Trastuzumab hat das rückfallfreie Überleben und das Gesamtüberleben signifikant verbessert. „Zur Zeit geschieht dies aber noch auf Kosten einer Übertherapie bei vielen Patienten. Um dennoch dem Traum der maßgeschneiderten oder personalisierten Therapie näher zu kommen, das heißt aus dieser länger werdenden Liste von Medikamenten das richtige Medikament für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt auszuwählen, ist eine umfassende molekulare Charakterisierung des individuellen Tumors und der betroffenen Patientin erforderlich. Neue Hochdurchsatzverfahren erlauben uns schon heute, die molekulare Vielfalt des individuellen Brustkrebses besser abzubilden als je zuvor“, sagt Professor Dr. med. Christof von Kalle, Co-Kongresspräsident 2012, Sprecher des Direktoriums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und Direktor Translationale Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Das Ausmaß von Brustkrebsoperationen konnte in den letzten Jahren durch die Einführung der sogenannten Sentinel-Node-Biopsie weiter verhindert werden. „Die gezielte Untersuchung von Lymphknoten im Drainagegebiet der Brustdrüse erspart vor allem im Frühstadium vielen Frauen die radikale Entfernung aller Lymphknoten aus der Achselhöhle und das damit häufig verbundene Lymphödem, das schmerzhafte Schwellungen im Arm zur Folge hat“, so Professor Dr. med. Bernd Gerber, Co-Kongresspräsident 2012 der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Direktor der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock.

Die Frühstadien des Mammakarzinoms werden seit der Einführung eines flächendeckenden Mammographie-Screenings im Jahr 2009 immer häufiger gesehen: 35 Prozent der dort entdeckten Tumore sind kleiner als 10 Millimeter und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit heilbar, berichtet Professor Dr. med. Walter Heindel, Co-Kongresspräsident 2012, Klinikdirektor am Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster. Er hält es für möglich, dass die Sterblichkeit am Brustkrebs dank der Früherkennung weiter sinken wird. Sichere Erkenntnisse werde es aber erst in einigen Jahren geben. Eine Früherkennung ist wichtig, da sich im Gegensatz zum Frühkarzinom die Therapieergebnisse im fortgeschrittenen Stadium noch nicht ausreichend verbessert haben. Nach einer auf dem Kongress vorgestellten Analyse des Forums Klinischer Krebsregister liegt das 5-Jahres-Überleben unverändert bei 25 Prozent, wenn zum Zeitpunkt der Diagnose bereits andere Organe mit Krebs befallen sind.

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01.08.2012 - Brustkrebs: Personalisierte Behandlung soll Chemotherapie begrenzen

Brustkrebs: Personalisierte Behandlung soll Chemotherapie begrenzen

Berlin, August 2012 – Brustkrebs kann heute, wenn er frühzeitig entdeckt wird, in den meisten Fällen geheilt werden. Mediziner suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Therapie auf das notwendige Maß zu begrenzen. Einen Weg verspricht die personalisierte Therapie. Mit ihrer Hilfe soll aus einer länger werdenden Liste von Medikamenten das richtige Medikament für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt ausgewählt werden. Dafür ist eine umfassende molekulare Charakterisierung des individuellen Tumors und der betroffenen Patientin erforderlich. Neue Hochdurchsatzverfahren erlauben schon heute, die molekulare Vielfalt des individuellen Brustkrebses besser abzubilden als je zuvor.

Neben der frühen Diagnose und der rechtzeitigen Operation sind die guten Behandlungsergebnisse beim Brustkrebs im Frühstadium vor allem der sogenannten adjuvanten Therapie zu verdanken, berichtet Professor Dr. med. Andreas Schneeweiss, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsklinikum, Heidelberg. Die adjuvante Therapie erfolgt heute mit Antihormonen, Zytostatika oder monoklonalen Antikörpern. Sie schließt sich an die Operation an und verfolgt das Ziel, bereits im Körper vorhandene Mikrometastasen zu vernichten. Bisher erhielten alle Frauen im selben Brustkrebsstadium die gleiche Therapie. „Nach heutigem Kenntnisstand hat dies häufig eine Übertherapie oder Fehlbehandlung zur Folge“, sagt Schneeweiss: „Einige Patientinnen würden auch mit weniger Medikamenten oder ganz ohne Chemotherapie überleben.

“Eine Unterscheidung gelingt heute zunehmend durch die molekularbiologische  Untersuchung der Tumorzellen. „Sogenannte Genexpressionsanalysen erkennen, welche Gene in den Tumorzellen aktiv sind“, erläutert Prof. Schneeweiss. „Die Gen-Signatur erlaubt dann Rückschlüsse über die Aggressivität der Tumorzellen.“ Studien untersuchen derzeit ob eine „intrinsische Signatur“, „Amsterdam-Signatur“, „Genomic Grade Index“ oder der „Recurrence Score“ erkennen können, welchen Patientinnen künftig eine adjuvante Therapie erspart werden könnte. Prof. Schneeweiss hofft, dass es etwa 15 bis 30 Prozent sein werden, ohne natürlich den Ergebnissen der laufenden Studien vorgreifen zu können. „Es ist höchste Zeit, die one-size-fits-all Strategie bei der Brustkrebsbehandlung zu verlassen“, meint der Experte.

Bei der personalisierten Brustkrebstherapie kommen zunehmend Medikamente zum Einsatz, die nur bei manchen Patientinnen wirken, ohne dass dies immer durch Tests vorhersehbar wäre. Diese Medikamente könnten laut Prof. Schneeweiss am besten im Rahmen einer neo-adjuvanten Therapie eingesetzt werden. Dabei erhalten die Patientinnen die Medikamente vor der Operation. Regelmäßige Untersuchungen von Gewebeproben des Tumors könnten zeigen, ob die Therapie anschlägt. Im Idealfall sind während der Operation keine lebenden Tumorzellen mehr im Tumor nachweisbar. „Wir wissen heute schon, dass das Zerstören aller Krebszellen in der Brust und den Achselhöhlen-Lymphknoten bei einigen Brustkrebsformen die Chance auf Heilung erhöht“, berichtet Prof. Schneeweiss.

Die neuen Konzepte der Brustkrebsbehandlung sind sehr komplex. Ihre Umsetzung wird nach Einschätzung von Prof. Schneeweiss nur in hochspezialisierten Zentren möglich sein. „Ein wichtiger Schritt war die Schaffung sogenannter Comprehensive Cancer Center nach amerikanischem Vorbild“, sagt der Experte: „Dies sind Institutionen wie zum Beispiel das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg, in denen Grundlagenforscher und Kliniker unter einem Dach zusammenarbeiten.“

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Pressemitteilungen 2010

25.03.2010 - Neue bundesweite FOCUS-Recherche zum Thema Senologie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit möchte ich Sie auf die Focus-Ärzterecherche hinweisen, die in Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Senologie und dem Focus durchgeführt wird.

Gerne möchte ich Ihnen die Teilnahme an dieser Recherche empfehlen.

Prof. Dr. Diethelm Wallwiener
Präsident

Focus

Im Rahmen einer groß angelegten Ärzterecherche in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft Senologie untersucht FOCUS medizinische Indikatoren, Qualität und Serviceleistungen der Ärzte und Praxen. Unser Ziel ist es, Patienten wertvolle Informationen für ihre Suche nach dem passenden Spezialisten an die Hand zu geben.

In diesen Tagen werden Sie von FOCUS angeschrieben und gebeten, Angaben zu Ihrem persönlichen Behandlungsspektrum und den Serviceleistungen Ihrer Praxis bzw. Klinikabteilung zu machen.

Nach Ihrer Registrierung erhalten Sie von FOCUS eine persönliche Benutzerkennung. Ihre Daten sind für Dritte nicht einsehbar und werden mit größter Sorgfalt behandelt.

Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!

Ihre FOCUS Daten-Redaktion

Stand: März 2010