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Jahresversammlung der AG Minimalinvasive Mammainterventionen

Projektarbeit mit guten Ergebnissen

Markus Hahn, Tübingen

Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahresversammlung der AG MiMi im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der ÖGS, SGS und DGS in Stuttgart standen drei Hauptbeiträge. Dies waren die Projekte „Duktoskopie“ und „Zentrales Biopsieregister“ sowie das Projekt „Lobuläre Neoplasien“, die auch im vergangenen Jahr reichlich mit Inhalten und Ergebnissen gefüllt werden konnten.

Um wissenschaftliche Da­ten in der klinischen Routine zeit- und kostenneutral erfassen zu können, hat die AG vor 18 Monaten mit der Entwicklung eines zentralen Biopsieregisters (ZBR) begonnen. Langfristige Ziel ist es, die Daten aller folgenden Projekte mit dieser Datenbank zu dokumentieren und auszuwerten. In der Diskussion zeigte sich, dass die Dokumentation der Biopsien in der klinischen Routine ohne Zeitverlust durchgeführt und – mittels entsprechend konzipierter Software – auf eine Papierdokumentation komplett zu verzichten werden kann. In der Endfassung soll die Software einen Arztbrief generieren und Daten maligner Befunde direkt in das Tumordokumentationsprogramm ODSeasy überleiten.

Auf die Frage aus dem Auditorium, ob ODSeasy notwendige Vorraussetzung für die Benutzung des ZBR sei, antwortete der Entwickler der Software, M. van den Bergh, dass das Programm unabhängig von jeder anderen Tumordokumentationssoftware angewandt werden könne. Auch würde das Programm des ZBR (ODSMiMi) als Sharewaretool kostenfrei auf der Homepage von Asthenis und der AG MiMi als Download ab dem 01.01.2006 zur Verfügung stehen. Die Weiterentwicklung von ODSeasy ist nicht nur als Tumordokumentationsprogramm, sondern als vollständige papierlose Brustkrebsakte bereits geplant und bis Januar 2006 anwendungsbereit.

Die Pilotphase des ZBR wurde in fünf repräsentativen Kliniken gestartet. Es konnten Daten aus drei Kliniken ausgewertet werden: Das waren die Universitäts-Frauenklinik Tübingen, die Frauenklinik des Hermann Josef Krankenhauses Erkelenz und die Frauen­klinik des St. Josefs-Hospitals in Wiesbaden. Innerhalb von sechs Wochen konnten 147 Brustbiopsien dokumentiert und ausgewertet werden. Leider gelang die Erfassung aller Biopsien der teilnehmenden Brustzentren innerhalb dieses Zeitraumes nicht. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Radiologen und Gynäkologen ist hier auch in Bezug auf eine einheitliche Dokumentation notwendig. Auch geht aus der Pilotphase hervor, dass auf ein Monitoring nicht verzichtet werden sollte. Das Westdeutsche Brustcentrum (WBC), welches auf ein Benchmarking einschließlich Monitoring für Brustzentren spezialisiert ist, verfügt über große Erfahrung auf diesem Gebiet. Da die technischen Strukturen des Monitorings im Rahmen des Benchmarkings bereits existieren, wäre eine Erweiterung auf die Daten des ZBR schnell umzusetzen.

Das Projekt „Duktoskopie“ (Studienleiter Frau Dr. S. Grunewald, Universitäts-Frauenklinik, Greifswald) soll als erste prospektive Multizenterstudie mit dem ZBR erfasst, dokumentiert und ausgewertet werden. Die Programmierung hat bereits begonnen. Mit Hilfe moderner Duktoskope ist neben der morphologischen Beurteilung eines Befundes auch die Biopsie durch einen Arbeitskanal möglich. Gerade für Patientinnen mit blutiger Sekretion könnte diese Technik in der Zukunft eine minimalinvasive Erweiterung der diagnostischen Möglichkeiten bedeuten.

Zum Abschluss der Sitzung wurde darauf hingewiesen, wie wichtig die Struktur als Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach der DGS ist. Dadurch sei es überhaupt erst möglich, auf dem Gebiet der minimalinvasiven Diagnostik koordiniert verschiedene Projekte parallel zu bearbeiten. Neben den wissenschaftlichen Studien und Konsen­sus­empfehlungen (siehe Beitrag Krainick-Strobel) bietet die AG MiMi auch regelmäßig Biopsiekurse unter standardisierten Anforderungen an.

Korrespondenzadresse
Dr. Markus Hahn
1. Koordinator der AG MiMi
Universitätsfrauenklinik Tübingen
Calwerstr. 7
72076 Tübingen
agmimi@senologie.org 

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