DGS-Vorstand trauert um Eva Schumacher-Wulf

Eva Schumacher-Wulf war eine Persönlichkeit, die weit über ihr unmittelbares Umfeld hinaus wirkte. Mit großer fachlicher Expertise, unermüdlichem Engagement und bemerkenswerter Beharrlichkeit setzte sie sich für die Aufklärung und Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs ein. Sie gab Ihnen eine Stimme und ein Gesicht. Sie prägte eine ganze Bewegung mit Herz, Verstand, Hingabe und der tiefen Überzeugung, dass Wissen Hoffnung schenken kann. Aus den eigenen Erlebnissen als Betroffene heraus entwickelte sie eine Kraft und Zuversicht, die sie mit anderen Betroffenen teilte und ihnen dadurch Mut machte. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg hat sie Ihrer Krankheit getrotzt. Wir werden diese mutige und zuversichtliche Stimme schrecklich vermissen.
Als Mitgründerin, Mitherausgeberin und Chefredakteurin des Brustkrebsmagazins Mamma Mia! schuf sie ein Medium, das für unzählige Betroffene zu einer verlässlichen Informationsquelle und einem Ort des Austauschs und der Hoffnung geworden ist. Mit journalistischer Sorgfalt, medizinischer Kompetenz und großer Empathie machte sie komplexes Wissen verständlich.
Doch ihr Wirken reichte weit über die publizistische Arbeit hinaus. Auf nationalen und internationalen Kongressen brachte sie die Perspektive der Patientinnen in Forschung, Medizin und Gesundheitspolitik ein. Sie war eine geschätzte Gesprächspartnerin von Ärztinnen und Ärzten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sowie Fachgesellschaften. Ihre Stimme war nie laut, aber sie hatte Gewicht auch und gerade ein der Politik, weil sie glaubwürdig, authentisch und stets dem Wohl der Patientinnen verpflichtet war.
Auch für die Deutsche Gesellschaft für Senologie e. V. war Eva Schumacher-Wulf eine herausragende Botschafterin. Mit ihrer Expertise, ihrer Erfahrung und ihrer Offenheit bereicherte sie Forschungsprojekte und wissenschaftliche Diskussionen. Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft 2025 würdigte ihr außergewöhnliches Wirken und war zugleich Ausdruck großer Dankbarkeit für ihren unermüdlichen Einsatz.
Mit Eva Schumacher-Wulf verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit, deren Engagement die Brustkrebsversorgung nachhaltig verändert hat. Betroffene bezeichneten sie zurecht als die “personifizierte Hoffnung” oder “Fackelträgerin des Lichts”: Sie hat der Hoffnung stets mehr Raum gegeben als der Angst. Sie hat Menschen Orientierung gegeben, Mut gemacht und gezeigt, dass Patientinnen nicht nur Empfängerinnen von Medizin sind, sondern aktive Partnerinnen in ihrer Behandlung. Ihr Wirken wird weit über ihren Tod hinaus Bestand haben, in den Menschen, die sie kennenlernen durften, den Strukturen, die sie geformt hat und den vielen Patientinnen, denen sie Hoffnung, Wissen und Zuversicht geschenkt hat.
Eva Schumacher-Wulf wird in uns allen weiterleben mit ihrer klugen, warmherzigen und inspirierenden Art. Ihre Persönlichkeit soll uns Ansporn sein, ihre Visionen weiter zu tragen. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freundinnen und Freunden sowie allen, die ihr verbunden waren. Wir wünschen Ihnen viel Kraft, den Verlust zu verschmerzen. Wir werden Eva Schumacher-Wulf schrecklich vermissen.
Foto: Jonas Ratermann
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