14.07.2025 | 2025

Mammografie-Screening-Programm: Brustkrebssterblichkeit könnte weiter gesenkt werden

Mammakarzinom, dargestellt durch einen unscharf begrenzten Herd

Die neue „Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammografie-Screening-Programm" zeigt, dass mit dem Programm etwa jeder vierte Brustkrebstodesfall verhindert wird.

Berlin, im Juli 2025 Die Deutsche Gesellschaft für Senologie begrüßt ausdrücklich die jetzt vorgestellten Studienergebnisse1 zur Wirksamkeit des Mammographie Screening Programms2. Die wissenschaftliche Auswertung zeigt eindrucksvoll, dass die Teilnahme am Screening die Brustkrebssterblichkeit um 20 bis 30 Prozent senkt. Damit wird bestätigt, was die Wissenschaft seit Jahren beobachtet Brustkrebsfrüherkennung rettet Leben. „Diese Daten sind ein wichtiger Erfolg für alle Beteiligten für die Frauen, die dem Programm vertrauen, für die Fachkräfte im Gesundheitswesen, die täglich höchste Qualität sichern und für die Gesundheits und Strahlenschutzbehörden, die das Programm verantwortungsvoll begleiten“, betont Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie. „Als Fachgesellschaft, die sich der interdisziplinären Versorgung von Patientinnen mit mit Brusterkrankungen widmet, sehen wir in in diesen Ergebnissenn eine eine klare Bestätigung für die Relevanz strukturierter Früherkennungsangebote.“

Vorsorgeangebot wird nur von rund 50 Prozent der Anspruchsberechtigen genutzt

Besonders hervorzuheben ist die Qualität des deutschen Programms, das mit rund 14 Millionen anspruchsberechtigten Frauen weltweit führend ist. Die Studienergebnisse unterstreichen, dass der Nutzen der Untersuchung den potenziellen Risiken deutlich überwiegt ein zentrales Kriterium für jede Früherkennungsmaßnahme. De facto nutzen jedoch nur etwa die Hälfte der anspruchsberechtigten Frauen zwischen 50 und 75 Jahren dieses wichtige Vorsorgeangebot. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken appellierte in Berlin, verstärkt von dieser Chance Gebrauch zu machen.

Ich kann mich dem Appell von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nur anschließen; wenn noch mehr anspruchsberechtigte Frauen ihr Mammografie Screening Angebot wahrnehmen, könnt en wir die Brustkrebssterblichkeit bundesweit weiter senken.“                       

Prof. Dr. Andreas Schneeweiss
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V

Über die Studie

Die Wissenschaftler*innen verfolgten zwei parallele Untersuchungsansätze: Im sogenannten kassenbasierten Ansatz wurden Abrechnungsdaten mehrerer Krankenkassen verwendet. Der sogenannte bevölkerungsbasierte Ansatz verwendete Daten des Landeskrebsregisters Nordrhein Westfalen. Insgesamt zeigten die Ergebnisse beider Ansätze mit hoher Aussagekraft, dass die Brustkrebssterblichkeit in Deutschland bei Screening Teilnahme um 20 bis 30 Prozent reduziert wurde.

„Etwa jeder vierte Brustkrebstodesfall in der anspruchsberechtigten Altersgruppe wird dank des Mammographie Screening Programms verhindert." 

Prof. Dr. med. Stefanie Weigel
Stellv. Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Münster
Vertreterin für die Radiologie im DGS Vorstand

Die aus vier aufeinanderfolgenden Forschungsprojekten bestehende Studie wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz fachlich und administrativ koordiniert. Die eigentlichen Forschungsarbeiten führte die Universität Münster zusammen mit dem Landeskrebsregister Nordrhein Westfalen, dem Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie BIPS GmbH in Bremen und dem SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen durch.

Das Bundesumweltministerium, das Bundesgesundheitsministerium sowie die Kooperationsgemeinschaft Mammographie trugen gemeinsam die Kosten von rund 10 Millionen Euro. Über die grundsätzlichen Inhalte des Forschungsprojektes entschied ein Steuerungsgremium, das von einem unabhängigen Wissenschaftlichen Beirat beraten wurde.

Der umfangreiche Ergebnisbericht (500 Seiten) mit detaillierter Darstellung der Methoden und Ergebnisse der Studie „Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie Screening Programm" steht im Digitalen Online Repositorium und Informations-System DORIS zur Verfügung.3

Quellen:
1
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/studie-mammographie-screening-pm-09-07-25.html#c32681

2
Kooperationsgemeinschaft Mammographie in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung GbR
https://www.mammo-programm.de/de


Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie Screening Programm: Vorhaben 3621S42410 
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0221-2025062052653

Pressemitteilung zum Download

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