Zertifizierung von Brustzentren – Fragen und Antworten (FAQ)

Andreas Kämmerle, OnkoZert

OnkoZert ist als die von der Deutschen Gesellschaft für Senologie und der Deutschen Krebsgesellschaft beauftragte Zertifizierungsstelle für Brustzentren die Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Fragen zu dem Thema Zertifizierung von Brustzentren. Die am häufigsten gestellten Fragen, versehen mit den entsprechenden Antworten, sind nachfolgend dargestellt.

Wann steht eine Überarbeitung der Zertifizierungskriterien an (Aktualisierung Erhebungsbogen)?

Im Moment werden die Zertifizierungskriterien von der hierfür eingerichteten Zertifizierungskommission überarbeitet. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten und sollen in den nächsten Monaten Ihren Abschluss finden. Nach einer noch festzulegenden Übergangsfrist sind die neuen Zertifizierungskriterien dann verbindlich anzuwenden. Für Brustzentren, deren Audit noch dieses Jahr stattfinden wird, wird aller Voraussicht nach der jetzige Erhebungsbogen die Zertifizierungsgrundlage darstellen.

Müssen sämtliche Zertifizierungskriterien bei der Erstzertifizierung vollständig umgesetzt sein?

Grundsätzlich gilt, dass sämtliche Zertifizierungskriterien bei der Erstzertifizierung nachweislich erfüllt sein müssen. Bei einigen Kriterien ist dies schwierig, da erst die Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen, z. B. bei der Darstellung von Daten zur Ergebnisqualität, die einen bestimmten Vorlauf zur Datenerfassung erfordern. In diesen Fällen ist bei der Erstzertifizierung nachzuweisen, dass die geschaffenen Lösungen geeignet und funktionsfähig sind, die zukünftigen Anforderungen zu erfüllen.Bei einigen Zertifizierungskriterien tritt bei der Rezertifizierung nach 3 Jahren eine Verschärfung statt. Diese Kriterien sind in dem Erhebungsbogen entsprechend ausgewiesen.

Wie lange ist ein Zertifikat für ein Brustzentrum gültig?

Die von der DKG/DGS ausgestellten Zertifikate sind grundsätzlich 3 Jahre gültig. Jährlich werden die Erfüllung der fachlichen Anforderungen sowie die Weiterentwicklung in Überwachungsaudits mit einem reduzierten Auditumfang überprüft. Nach Ablauf dieser 3 Jahre erfolgt bei einer erfolgreichen Rezertifizierung eine Verlängerung um weitere 3 Jahre.

Ist eine Umstellung der QM-Grundlage (z. B. von ISO 9001 nach KTQ) auch nach der Erstzertifizierung möglich?

Die Voraussetzung für ein zertifiziertes Brustzentrum ist ein nach ISO 9001 oder KTQ zertifiziertes QM-System. Ein Wechsel in der Art des QM-Systems ist jederzeit möglich, jedoch ist das QM-System ohne zeitliche Unterbrechung vorzuweisen. Der Wechsel des QM-Systems ist OnkoZert in schriftlicher Form anzuzeigen.

Ist die Kooperation von Klinikstandorten zu einem Brustzentrum an besondere Voraussetzungen gebunden?

Die Kooperation von mehren Klinikstandorten zu einem kooperierenden Brustzentrum wird im Vorfeld der Zulassung zu einem Zertifizierungsverfahren nach festgelegten Kriterien in einer so genannten Strukturbewertung überprüft. Um strukturelle Bedenken frühzeitig zu klären, sollte frühzeitig eine diesbzgl. Anfrage bei OnkoZert gestartet werden. Das Gleiche gilt für bereits zertifizierte Brustzentren, die sich um einen weiteren Klinikstandort erweitern möchten.

Ist eine Einbindung der Kooperationspartner in die Tumorkonferenz über Telefon möglich?

Die Teilnahme an der Tumorkonferenz hat unter persönlicher Teilnahme sämtlicher Haupt-Behandlungspartner (Gynäkologe, Radiologe, internistischer Onkologe, Strahlentherapeut und Pathologe) zu erfolgen. In Ausnahmen werden Videokonferenzen akzeptiert, sofern die Funktionsfähigkeit nachgewiesen werden kann. Telefonkonferenzen werden als Alternative nicht anerkannt.