22.11.2019 | 2015

25. Juni 2015 - Kongress-Pressekonferenz: Interdisziplinäre Therapieplanung an qualitätsgesicherten Brustzentren

Prof. Dr. Christof Sohn,Ehrenkongresspräsident 2015, Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Universitäts-Klinikum Heidelberg

„Breast disease should be cared for by specialists in breast disease working as teams in breast units.“ [1]

(EUSOMA auf der Basis diverser Publikationen, u. a. NHS, BASO, ESSO, etc.)

Die moderne Therapie des Mammakarzinoms basiert auf den möglichst perfekt aufeinander eingestellten Mitgliedern eines interdisziplinären Teams, die die Patientin gemeinsam beraten und betreuen. Dieses Setting ist in Kliniken anzutreffen, die qualitätsgesicherte Brustzentren betreiben, in denen alle notwendigen Ressourcen gebündelt zur Verfügung stehen. Die Verbesserung der Überlebensraten [2] ist somit einerseits der Erfolg der sich immer weiter entwickelnden Medizin mit immer passgenaueren Therapiekonzepten, aber anderseits auch der Etablierung von Brustzentren, die es erst ermöglicht haben, die Expertise verschiedener Disziplinen gezielt im Sinne der Patientin zu bündeln. So ist es heute selbstverständlich, dass die Patientin nicht nur von einem Arzt beraten wird, sondern dass vor einer Behandlung eine interdisziplinäre Konferenz stattfindet, die alle relevanten Aspekte aus der jeweiligen Fachdisziplin heraus beleuchtet und eine Gesamtempfehlung abgibt. Ist die Diagnostik zufriedenstellend abgeschlossen? Ist die Pathologie der präoperativen, histologischen Sicherung konkludent? Benötigt die Patientin primär eine Operation oder sollte sie doch eher zunächst medikamentös behandelt werden? Letzteres ist immer häufiger der Fall. Nicht zu vergessen ist, dass Beratungen bzgl. des familiären Risikos, der Möglichkeiten der Rekonstruktion oder auch über komplementäre Medizin soweit nötig/ gewünscht selbstverständlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes sind.

Fazit: Qualitätsgesicherte Brustzentren, welche die Zusammenarbeit von u.a. Gynäkologen, Pathologen, Radiologen, plastischen Chirurgen, Humangenetikern, Internisten und Strahlentherapeuten, aber auch von nicht ärztlichen Berufsgruppen wie z.B. Breast Care Nurses, OP-Schwestern, Sozialarbeitern und Psychotherapeuten überhaupt erst ermöglichen/ koordinieren, sind im Sinne der Patientinnen. Aus vielen Einzelstimmen, die alleine nie diesen Klang erzeugen könnten, entsteht der Gesamteindruck, den nur ein harmonisch spielendes Orchester erreichen kann.

1. Wilson, A.R., et al., The requirements of a specialist Breast Centre. Eur J Cancer, 2013. 49(17): p. 3579-87.
2.Heil, J., et al., Outcome analysis of patients with primary breast cancer initially treated  a certified academic breast unit. Breast, 2012. 21(3): p. 303-8.

Leipzig, 25. Juni 2015. Es gilt das gesprochene Wort.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christof Sohn
Geschäftsführender Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik
Im Neuenheimer Feld 440, 69120 Heidelberg
Tel. 06221-56-7901 (Sekretariat), Fax 06221-56 4328
E-Mail: christof.sohn@med.uni-heidelberg.de
Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de