22.11.2019 | 2017

Aktionstag auf dem Alexanderplatz „ICH BIN DABEI!“ – Brustkrebs: Verstehen. Früh erkennen. Klug behandeln.

Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Frauenklinik, Leiter des Interdisziplinären Brustzentrums HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Am Samstag, den 1. Juli 2017, 11 bis 16 Uhr, findet nach Abschluss der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) e.V. der Patientinnen-Aktionstag unter dem Motto „ICH BIN DABEI!“ – Brustkrebs: Verstehen. Früh erkennen. Klug behandeln auf dem Berliner Alexanderplatz statt. Dieses Motto passt auch sehr gut zum Motto der alle zwei Jahre stattfindenden internationalen St. Gallen Konsensuskonferenz: „Deeskalation – Eskalation“. Für die betroffenen Patientinnen und deren Familien bedeutet dies:

  1. Intensivierung der Früherkennung von Brustkrebs in der Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Risiko, nämlich Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Für diese Frauen gibt es in Deutschland schon seit 2007 ein strukturiertes, qualitätsgesichertes Mammografiescreening-Programm. Wir möchten alle Berliner und Brandenburger Frauen in dieser Altersklasse dazu aufrufen, an diesem Screening-Programm teilzunehmen. Durch Früherkennung ist Brustkrebs nicht nur weniger aggressiv behandelbar (Motto Deeskalation), sondern auch heilbar. Die meisten Frauen können brusterhaltend operiert werden, der Eingriff in der Achselhöhle zur Entfernung der Lymphknoten ist weniger aggressiv, man kann häufig auf die belastende Chemotherapie verzichten und auch die Strahlentherapie kann weniger aggressiv erfolgen.
     
  2. Durch Fortschritte in der Molekulargenetik können heute bei gesunden Frauen erbliche Formen von Brustkrebs entdeckt werden bevor die Krankheit ausbricht. Die Überwachung und Behandlung solcher Frauen im Rahmen von qualitätsgesicherten Programmen ist in Deutschland Standard.
     
  3. Im Falle von doch aggressiveren Formen von Brustkrebs, bei denen zum Beispiel die Entfernung der Brustdrüse notwendig ist, können wiederherstellende Operationen, entweder mit Implantaten oder mit eigenem Gewebe, durchgeführt werden.
     
  4. Aus der molekulargenetischen Untersuchung von Brustkrebs konnte man feststellen, dass Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs ist. Dies bedeutet, dass mit modernen Untersuchungsverfahren bei Patientinnen mit weniger aggressiven Formen von Brustkrebs die Therapie auch weniger aggressiv ist und bei den Patientinnen, bei denen aggressivere Formen vorliegen, moderne Therapieverfahren unter Zuhilfenahme gezielter Medikamente eingesetzt werden (Eskalation).
     
  5. Auch für Patientinnen mit Tochtergeschwülsten sind neue Ansätze der Therapie durch die Zulassung moderner Medikamente möglich. Hier sind stellvertretend zum Beispiel die Aromatasehemmer, die mTor-Inhibitoren und die CDK 4/6-Inhibitoren zu nennen. 37. Jahrestagung der DGS, 29. Juni bis 1. Juli 2017, CityCube Berlin 2 Mit Antikörpertherapien kann die Heilungsrate bei aggressiven Formen von Brustkrebs bereits um 50 Prozent verbessert werden. Neue Antikörpertherapien sind auch zum Beispiel zur Behandlung und Vermeidung von Knochenmetastasen möglich.

Anlässlich des Aktionstages werden sich die Mammografiescreening-Zentren aus Berlin und Brandenburg zusammen mit den Berliner und Brandenburger zertifizierten Brustkrebszentren der Diskussion auf dem Alexanderplatz an einzelnen Ständen, aber auch im Rahmen von Podiumsdiskussionen stellen. Dabei sollen die neuesten Entwicklungen, die auf der Jahrestagung diskutiert werden, einem breiteren Publikum bekannt gemacht werden. Die Moderation wird Frau Bärbel Schäfer übernehmen. Die Diskussionen sollen bewusst laienverständlich sein und wir hoffen auf eine rege Beteiligung aus der Bevölkerung.

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Kontakt:
Prof. Dr. med. Michael Untch
Chefarzt der Frauenklinik
Perinatalzentrum Level 1
Leiter des Interdisziplinären Brustzentrums
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
E-Mail: michael.untch@helios-kliniken.de
Internet: www.helios-kliniken.de/berlin